18.03.2009 / 3 Kommentare

Zeit der Besinnung – 2009

Nach Ende des Rausches folgt die Zeit der Besinnung. Das war auch schon 2006 nach Emsdetten der Fall. Ich habe dazu noch einmal ausgewählte Artikel aus dem Jahr 2006 rausgesucht. Schon damals war man, wenn auch mit etwas Verzögerung, zu einer differenzierten Betrachtung in der Lage. Eine kleine Presseschau, die auch den Stillstand in der Sache zeigt.

2009
World Of Bullshit
Wie wäre es, statt der “Computerspiele” mal populistische Studien zu verbieten? Oder deren Lektüre erst “ab 18″ zu erlauben? Es würde nichts helfen, die “Experten” sind nicht mehr zu stoppen. (taz.de)

Zu schnell geschossen
Getötet hat Tim K. mit einer Pistole – nicht mit der Maustaste. Wer jetzt laut ein Verbot von Killerspielen fordert, ignoriert die Notwendigkeit ganz anderer Debatten (zeit.de)

Amokläufe: Sind reale oder virtuelle Waffen das Problem?
Schützenvereine und Waffenliebhaber haben noch eine bessere Lobby in der Politik als die Computerspieler (telepolis.de)

2006 – nach Emsdetten, alle Artikel sind noch online
Hilflose Gewalt
Nach dem Amoklauf eines Schülers in Emsdetten sollten wir uns Zeit nehmen nachzudenken, warum junge Menschen so verzweifeln, dass sie zu solcher Gewalt greifen. (zeit.de)

Die unnützen Reflexe überforderter Politiker
Nach dem Amoklauf an einer Realschule in Emsdetten will Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann mit einer Bundesratsinitiative ein Verbot von gewaltverherrlichenden Computerspielen erreichen. Andere Politiker unterstüzten dies. “Verbot! Verbot! Verbot!” Eine altbekannte Reaktion, die keinem hilft. (welt.de)

Rohrkrepierer gegen Ballerspiele
Der Amoklauf von Emsdetten war kaum beendet, da war für viele Politiker bereits klar: Killerspiele haben Sebastian B. zur Gewalt verführt. Sie müssten jetzt endlich verboten werden. Eine Forderung, die so hilf- wie wirkungslos ist. Experten sind sich einig: Kein Spiel macht ein Kind zum Mörder. (spiegel.de)

noch mehr aus 2006 hier: Zeit der Besinnung

3 Kommentare vorhanden

  1. n3tcr4sh
    geschrieben am 18. March 2009 um 22:42 Uhr | Permalink

    Leider ist der erste Artikel kaum ernst zu nehmen.
    Es wird darin zu Recht über den Herrn Pfeiffer und seine unglaubwürdigen, populistischen Studien hergezogen. In einem anderen Artikel des gleichen Magazins benutzt man seine Studien als Grundlage:
    http://www.taz.de/1/politik/deutschland/ar…echten-gruppen/

    Im zweiten Fall geht es halt um das eigene Interesse des Blattes. Von Linken bin ich sonst aber mehr Sachlichkeit gewohnt.

  2. n3tcr4sh
    geschrieben am 18. March 2009 um 22:45 Uhr | Permalink

    Verdammt, das glaube ich ja selbst nicht. Von gestern auf heute hat die TAZ den ursprünglichen Artikel (Link oben) über die Zunahme von Rechtsextremismus aus dem Netz genommen und dafür diesen online gestellt, in dem sie an der Glaubwürdigkeit der Pfeiffer-Studie zweifelt:
    http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/verwirrung-um-rechte-zahlen/

  3. tech
    geschrieben am 22. March 2009 um 01:59 Uhr | Permalink

    Die TAZ verfolge ich normalerweise nicht so, weiß also nicht, ob das dort schon öfters vorgekommen ist, dass einfach Artikel wieder gelöscht werden. Dies und die Widersprüchlichkeit von Artikeln hat man leider bei anderen Blättern auch. Was bedeutet heutzutage schon Recherche? Vor allem doch Kosten!

    Ich hatte durch Zufall die PK mit dem Pfeiffer gesehen. Dem ging es dort zu einem großen Teil darum, die Anwesenden – allen voran der Innenminister – von der Notwendigkeit seines Instituts zu überzeugen. Und das scheint wohl auch der fundamentale Hintergrund dieser Studie zu sein. Rechtsextremismus-Forschung im Dauerabo.

    Beim Spiegelfechter gab es vor kurzem einen interessanten Artikel dazu, wie das hierzulande mit Instituten so abläuft. Ich weiß allerdings nicht, ob das pfeifferische Institut in dieser “Liga” zu sehen ist: Das macht keinen Sinn

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