politik / sonst so / 21.05.2007

Was war

Wenig los hier was. Das dauert auch noch ein klein wenig an, ändert sich aber wieder. Versprochen. Der große Schwung an Musikvideos ist auch erstmal durch. Werde da ein bisschen das Tempo rausnehmen und nicht mehr jeden Tag ein Video vorstellen.

Im Rückblick auf die vergangenen Tage bleibt unbedingt festzuhalten, wer im folgenden wie von sich reden gemacht hat.

SPD-Urgestein Rudolf Dreßler hat nach seiner Rückkehr von fünf Jahren Botschaftstätigkeit in Israel ein anderes Deutschland und eine “katastrophale” SPD vorgefunden. Nach fast 40 Jahren SPD-Mitgliedschaft erwägt er nun in die – einzige noch vorhandene sozialdemokratische – Linkspartei zu wechseln.

Als ein anderes Urgestein, diesmal aus der CDU, machte Heiner Geißler mit seinem Eintritt in die ‘attac‘ von sich reden. In seiner aktiven Zeit war er eher am rechten Rand der CDU anzusiedeln. Mittlerweile vertritt er andere, klugere, Positionen und sieht unter anderem die Globalisierung sehr kritisch. (Wo bleibt Euer Aufschrei? – In der globalen Wirtschaft herrscht die pure Anarchie. Die Gier zerfrisst den Herrschern ihre Gehirne. Ein Wutanfall)

Dann war da die Tage noch Platzeck, letzter SPD-Vorsitzende für eine gefühlte Woche. Während SPD-Chef Beck gegenüber der stärker werdenden Linkspartei die komplette Ignoranz ausgesprochen hat, sieht Platzeck die Zeichen der Zeit realistischer und bezeichnet die Linkspartei im Osten als Volkspartei, was sie dort ja auch schon längere Zeit als PDS war, und, so Platzeck weiter, man könne sie nicht einfach ignorieren. Ist ja auch total armseelig, Herr Beck, wie war das noch in den Achtzigern mit den Grünen. Und heute? Naja…

Bleibt noch der böse Moore. Der Multimillionär: “Ich bin ein Millionär, ich bin ein Multi-Millionär. Ich bin scheißreich. Wisst Ihr warum ich ein Multi-Millionär bin? Weil Multi-Millionen mögen was ich mache.” Sein neuer Film “Sicko” ist fertig. Es geht in gewohnter Infotainment-Manier um das marode Gesundheitssystem der USA und soll laut ersten Kritikerstimmen wieder grandios sein. Zeitgleich kotzen sich mit einem Dokumentarfilm (“Manufacturing Dissent”) zwei ehemalige Mitarbeiter über Moores Methoden aus. Kann man wohl so drastisch sagen, nicht weniger reißerisch und populistisch wie eben Moore selber soll ihr Filmchen geworden sein. Bei allem Schatten, den Moore wirft, sind “Bowling for Columbine” und “Fahrenheit 9/11″ in genau dem Stil, wie es der gemeine Ami nötig hat.

Und Morgen bzw. nachher fahren wir nach Heiligendamm.

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