Film / 22.04.2008

TV-TIPP: Darwins Albtraum

Heute 21:00 Uhr Arte

Preisgekrönter Dokumentarfilm von Hubert Sauper, auf den ich schon des öfteren hingewiesen habe, weil den Film gesehen haben sollte, wer willens und fähig ist, über den eigenen Tellerrand zu schauen.
Die Geschichte nimmt in den 60igern ihren verhängnisvollen Anfang:

Zu dieser Zeit setzte ein Regierungsbeamter in einem Experiment ahnungslos ein paar Nilbarsche im Viktoriasee aus, obwohl diese Riesenfischart in dem zweitgrößten Südwassersee der Erde (68.800 km²) bis dahin nicht heimisch war. Die ökologischen Folgen waren katastrophal. Innerhalb von einigen Jahrzehnten fraßen die Barsche einen Großteil der anderen Fische auf. 400 Arten starben aus. Der „Clou“ dabei: Das Filet des Edelfisches lässt sich teuer nach Europa verkaufen. Und so starten auf dem Flugplatz in Mwanza, Tansania, täglich Transportmaschinen mit 50 Tonnen Fischfilets in ihren dicken, stählernen Bäuchen. Doch von dem Exportboom profitieren nur wenige. Rund 10.000 Jobs wurden geschaffen, dafür aber 80.000 vernichtet. Die meisten einheimischen Fischer sind ohne Beschäftigung. Die Arbeitslosenquote beträgt 95 Prozent. Der Profit wandert gleich auf Schweizer Nummernkonten der Mächtigen und geht für die Abzahlung der Auslandsschulden drauf. Die krepierende Bevölkerung in Tansania hat davon nichts. In einem Klima aus Hungersnot, AIDS-Epidemien und bitterer Armut kämpfen die Menschen ums nackte Überleben, während die Nahrung, die sie retten würde, vor ihren Augen nach Europa ausgeflogen wird. Ein paradoxes, irrsinniges Schauspiel. Entarteter Kapitalismus. Nur der Stärkste überlebt. Darwins Albtraum eben. Quelle

Es gibt allerdings auch kritische Stimmen, die der Situation vor Ort positives abgewinnen, trotz der eindrücklichen Bilder der Dokumentation.
Die Situation heute: Katastrophe oder Chance?

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