26.04.2006

Tschernobyl ist nicht vorbei

Die Tschernobyl-Katastrophe hatte die 6-fache Wirkung der Hiroshima-Bombe. Zum Zeitpunkt der Explosion wurde so viel Energie frei, wie sie sonst 100 Kernkraftwerke gleichen Bautyps zusammen produzieren. Die Gebiete um Tschernobyl sind heute noch verstrahlt und selbst in Bayern lassen sich an Pilzen noch immer erhöhte Strahlenwerte messen.
Die UNO bezifferte 2005 in einem Abschlussbericht zur Tschernobyl-Katastrophe die Opferzahl derer, die an den Auswirkungen von Tschernobyl sterben werden mit rund 4000. Hunderttausende waren jedoch alleine bei den Aufräumarbeiten unter unmöglichen Zuständen im Einsatz. Ganz zu schweigen von der dortigen Bevölkerung, die sich noch heute durch verstrahlte Nahrung gesundheitlichen Gefahren aussetzen muss. Missbildungen und Erkrankungen wie z.b. Krebs werden nicht nur “vereinzelt registriert”, sondern sind an der Tagesordnung im zweistelligen Prozentbereich. Besonders bei jungen Menschen und Kindern. Der Torch-Report kommt auf 30.000 bis 60.000 Krebstodesfälle – ein Großteil davon in Europa außerhalb der Risikogebiete in der Sowjetunion.
Über das alles kann man sich ausführlich informieren, durch Dokumentationen, die z.b. die letzten Tage im TV zu sehen waren und natürlich mit Hilfe des Internet. Man sollte dies auch tun. Politik und Wirtschaft versuchen im Schatten teurer und knapper werdender Ressourcen die Atomenergie durch entsprechende Propaganda und vielleicht auch Preispolitik wieder attraktiver zu machen. Darüber sollte man nachdenken:
Tschernobyl kann sich jeden Tag wiederholen – Interview mit Sebastian Pflugbeil, Präsident der Gesellschaft für Strahlenschutz

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