Film / 30.10.2007

Trade

Manchmal möchte man gar nicht so viel kotzen, wie man es sollte. Zu beneiden sind da die eher schlichten Geister, die Unwissenden, die Nicht-Interessierten. Im Prinzip stinkt es bis weit in den Himmel mit den Ungerechtigkeiten auf diesem ansich ganz hübschen Planeten. Und eigentlich muss man gar nicht so tief graben, um den ganzen Dreck zu sehen, den manch üble Menschen so fabrizieren. Man sollte sie Unmenschen nennen und meinetwegen auch jährlich den Unmenschen des Jahres küren. Wie gesagt, man könnte ständig kotzen und ernste Zweifel an Teilen der Evolution bekommen.

Menschenhandel ist zum Beispiel solch ein Dreck, der zum Himmel stinkt und als Problem aktueller denn je ist. In Zeiten der Globalisierung weltweit. Etwa eine Million Menschen sollen jedes Jahr gegen ihren Willen verkauft und verschleppt werden. Besonders begehrt sind Kinder, Jungen wie Mädchen, für die Prostitution. Der Film Trade – Willkommen in Amerika beschäftigt sich mit diesem Thema im Grenzgebiet von Mexiko und den USA. Alleine dort werden jährlich mehr als 100.000 Menschen ‘transferiert’.

asc-trade.jpgDie Bilder des Filmes sind deutlich, um nicht zu sagen drastisch. Die schauspielerischen Leistungen besonders der kleinen Paulina Gaitan sind sehr gut. Letztlich ist der Film jedoch nicht sonderlich gut gelungen. Die Hintergrundgeschichte des texanischen Polizisten Ray z.b. wirkt im Gesamtbild mit der Hauptgeschichte arg konstruiert. Das Ende des Filmes schließlich ist, gelinde gesagt, misslungen. Obwohl man diesem Ende vielleicht noch zugute halten könnte, dass im Film so schnell keine wirkliche Besserung der realen Situation in Sicht ist.

Basieren tut Trade auf einen Artikel von Peter Landesman. Dieser hatte bei mehrmonatigen Recherchen tiefe Einblicke in das schmutzige Geschäft des Menschenhandels bekommen. Sein Artikel erschien 2004 in der New York Times und ist auch heute noch dort komplett abrufbar: The Girls Next Door
Produzent Roland Emmerich hatte sich frühzeitig die Filmrechte gesichert und die Regie Marco Kreuzpaintner (Die Wolke) überlassen.

Also angucken? Ja, aber dann unbedingt auch den Artikel von Peter Landesman lesen. Trade alleine fehlt es an entscheidender Tiefe.

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