tibet
politik / 17.05.2008

Der Blick auf den Dalai Lama vor 10 Jahren

Im Gegensatz zu heute geprägt von Objektivität und kritischer Bestandsaufnahme damals 1997 aus Anlass des seinerzeit erschienenen Filmes “Sieben Jahre in Tibet”, sendete Panorama einen Beitrag über die tibetische Gesellschaft unter der Herrschaft “seiner Heiligkeit”. Im Archiv von Panorama bzw. des NDR ist der Beitrag jetzt wieder zu sehen. Bemerkenswert nebenbei, welche Politiker und Minister sich damals mit dem Dalai Lama treffen mochten.
Verklärt, verkitscht – Hollywood feiert den Dalai Lama

politik / 18.03.2008

Blogger in Tibet

Hatte ich doch vorgestern nach gefragt. Einer, der aus Tibet bloggt, ist “Kadfly”. Von ihm stammt unter anderem dieses Foto der chinesischen Polizisten mit ihren Plastikschilden, welches wenig später um die Welt ging und es sogar auf das Titelbild der New York Times schaffte.

“Kadfly” kommt aus San Fransisco. Seit Anfang des Jahres unterstützt er aktiv den US-Senator Barack Obama in einem Blog, seine Mittel: eine Digitalkamera und ein Internetanschluss. Mitte Februar bricht der Blogger, der seinen richtigen Namen hinter dem Pseudonym “Kadfly” versteckt, zu einer Asienreise auf. “Wesentlich weniger Politik und wesentlich mehr Bilder ab jetzt bis Ende April”, kündigt er vor der Abreise in seinem Blog an.

Aus dem lesenswerten Artikel der Deutschen Welle über das Bloggen im Krisengebiet: Tibet 2.0 – Blogger berichten aus dem Krisengebiet
Sein Blog: Kadfly – A Radical Moderate

politik / 17.03.2008

Tibet

und die bange Frage: Gibt es dort Blogger?
Von meiner Außenstelle in Shanghai weiß ich, dass das Thema ziemlich linientreu gesehen wird. Alles Andere hätte jetzt auch verwundert. Auch weil man dort so gut wie nur gefilterte Nachrichten bekommt. Was mich wiederum wundert, dass sie, die Außenstelle in Shanghai, Anfang 20, nett, freundlich, gut aussehend und vor allem Deutsch studierend, sich nicht wundert, wenn jetzt gerade wieder so viele Internetseiten nicht funktionieren. Vielleicht weiß sie aber auch nur zu gut, warum sie sich nicht wundern sollte…
Tibet jedenfalls wird jetzt erstmal dicht und bis Anfang August – der Beginn der Olympischen Sommerspiele 2008 – chinesisch gemacht. So richtig. Gruselig mal wieder, muss man sagen, wie manche Politiker, beeinflusst von wirtschaftlichen Interessen (?) kategorisch Reaktionen wie Oylmpia-Boykott ausschließen. Tibet ist halt nicht der Kosovo und China nicht Serbien.

Musik / politik / 8.03.2008

Chapeau Bjork!

asc-bjork-shanghai.jpg Als Bjork am letzten Sonntag, der zweite März war das, bei einem Konzert in Shanghai ihren Song “Declare Independence” performte, erwähnte sie mehrmals inmitten des Refrains das Wort Tibet: “Declare Independence! Don’t let them do that to you! Tibet Tibet … Tibet … Raise your flag! Raise your flag! (Higher, higher!)” usw.
Auf Youtube gibt es einen kurzen Mitschnitt davon.

Im Land des diktatorischen Drachens ist das natürlich ein Affront gegen das Gesetz und gegen die Gefühle der Chinesen. Denn nach Auffassung Chinas gehört Tibet zu China. Der chinesische Minister für Kultur hat jetzt erklärt, dass die Beschränkungen für ausländische Künstler noch strenger gehandhabt werden und die isländische Sängerin entsprechend Auftrittsverbot hat:

We will further tighten controls on foreign artists performing in in order to prevent similar cases from happening in the future. … We shall never tolerate any attempt to separate from and will no longer welcome any artists who deliberately do this.

Vor einem Monat schon hatte Bjork bei einem Konzert im Kosovo an dieser Stelle des Liedes “Kosovo” zum Besten gegeben, so wie sie es auch bei anderen Gelegenheiten bzw. Ländern tun würde. Ihr ist jedoch wichtig, zu erwähnen, dass sie keine Politikerin ist, sondern eine Sängerin.

I am first and last a musician and as such I feel my duty to try to express the whole range of human emotions. […]
The urge for declaring independence is just one of them but an important one that we all feel at some times in our lives,” she continues. “This song was written more with the personal in mind but the fact that it has translated to its broadest meaning, the struggle of a suppressed nation, gives me much pleasure. I would like to wish all individuals and nations good luck in their battle for independence. Justice ! Warmth , Björk. (Quelle)

Bravo Bjork!

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