ernergie
politik / 15.08.2007

Bananen Republik Deutschland

Derzeit wird das wohl an keinem anderen Beispiel deutlicher, als an dem der Energiewirtschaft. Gestern lief zur besten Sendezeit im ZDF eine sehenswerte Frontal21-Reportage über “Das Kartell” der Energiekonzerne hierzulande.

Lobbyisten führen Regie

Wie nah sich Politik und Energieunternehmen sind, zeigte sich auch 2005: Auf Druck der Europäischen Union soll ein neues Energiewirtschaftsgesetz mehr Wettbewerb bringen. Doch die Energie-Lobbyisten führen bei der Gesetzgebung gekonnt Regie. Bis in die letzte nächtliche Verhandlungsrunde versuchen sie erfolgreich, ihre Interessen durchzusetzen und das neue Gesetz aufzuweichen.

Nirgendwo aber funktioniert das Energiekartell so perfekt wie an der Leipziger Strombörse EEX. Hier entstehen täglich Preise, die selbst Experten nicht verstehen. Von Manipulation ist die Rede, und Insider berichten, wie man auf dem engen deutschen Strommarkt Kurse nach Belieben in die Höhe treiben kann.

Verbraucher abkassiert

Der Markt versagt, und die Politik schaut weg. Gegen die Tricks von E.ON, RWE & Co. scheinen Verbraucher machtlos zu sein. Die Frontal21-Dokumentation mit Theo Koll berichtet über die Hintergründe dramatischer Fehlentwicklungen. Sie zeigt, wie Verbraucher abkassiert werden, wie die Politik Deutschlands mächtigen Energie-Monopolisten ausgeliefert ist und sucht Antworten auf die Frage: Wer rettet uns vor diesem Kartell? (mehr/quelle)

Die gestern Abend ausgestrahlte Reportage steht zum nachträglichen Anschauen in der ZDF-Mediathek zur Verfügung: Klick it, (45min).

Und jetzt heißt es, Anbieter wechseln. Marsch, Marsch. Das geht so einfach wie ein Wechsel des Festnetz/DSL-Anbieters.
Eine erste Orientierung über günstige Stromanbieter gab vor kurzem ein Artikel bei SpOn: Stromkunden können 283 Euro im Jahr sparen.

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