doku
Film / 2.10.2006

Das Märchen

Deutschland, Ein Sommermärchen
‘Deutschland. Ein Sommermärchen’ Der Filmtitel erinnert mich irgendwie an einen heissen Urlaubsflirt. Kurzweilig exotisch fernab des Alltags. Ja, so war das wohl diesen Sommer.
Die Netzeitung weiß zu berichten, dass man im Film viel Oliver Bierhoff ertragen muss.
Und:

Klaus Augenthaler hat sich kurz vor der Weltmeisterschaft über die vielen gesichtslosen Fußball-Spieler der Gegenwart beschwert. Der frühere Profi des FC Bayern München erzählte, wie er sich während der WM 1986 in Mexiko mit einigen Kollegen einmal heimlich auf dem Verdeck eines Lieferwagens aus dem Quartier der deutschen Mannschaft stahl. … Die braven deutschen Jungs, die im Sommer 2006 ein Land in ihren Bann geschlagen haben, wurden am Ende Dritter. Der freche Klaus Augenthaler war 1990 Weltmeister.

Netzeitung: ‘Ein Sommermärchen mit braven Jungs’
Der Film ist am 6. Dezember in der ARD zu sehen. Huch, das soll ja noch keiner wissen. Also ab Donnerstag im Kino.

1.06.2006 / 28 Kommentare

Baghdad ER

Das ist ganz harter Stoff.
Am vergangenen Wochenende lief in den USA zur besten Sendezeit die HBO-Dokumentation “Baghdad ER”:

Sie zeigt ungeschminkt den Alltag im “86th Combat Support Hospital” der US-Armee, jenem Krankenhaus in Bagdads “grüner Zone”, in das verwundete und sterbende US-Soldaten – und auch so mancher verstümmelte Iraker – zur Erstbehandlung eingeflogen werden. Es sind die unmittelbarsten und schockierendsten Bilder vom Irak-Krieg, die die Amerikaner bisher in ihre Wohnzimmer geliefert bekommen haben… In den USA ist vom Feldzug im Irak normalerweise nicht viel zu bemerken. Wer nicht gerade in der Nähe einer Militärbasis wohnt, wird durch nichts an den Krieg erinnert – abgesehen von den kleinen Kästchen in den Tageszeitungen, in denen Namen, Alter und militärischer Rang der zuletzt Gefallenen aufgelistet werden.
(Mehr dazu bei Spiegel-Online.)

Ich hab ja schon einiges gesehen. Aber was in der Doku gezeigt wird, hat schon eine andere Qualität. Es sind nicht nur die Verletzungen, die Amputationen und das Sterben im OP, auf die die Kamera ohne Zensur drauf hält. Es ist ein klares ungeschminktes Bild vom Krieg ohne Helden und von einer medizinischen Maschinerie, die sicher ihr bestes versucht, den verwundeten Soldaten zu helfen. Aber es dominiert trotz hier und da gefallener kritischer Worte der Eindruck einer Maschinerie, in der eben jeder “nur” seinen Job erledigt. Aber es ist mehr, es ist Krieg.
» mehr…

Film / 27.04.2006

We feed the World

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Was wir so futtern und wo es herkommt. Lose Einblicke in die Lebensmittelindustrie des 21. Jahrhundert. Bei der Schuldsuche und all den Profitgierigen, sollte man nicht vergessen, wer hier der Verbraucher ist.

Film / 24.04.2006

Darwins Alptraum

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Ein vielfach mit Preisen ausgezeichneter und oscarnominierter Dokumentarfilm zur Ausbeutung Afrikas und entarteten Kapitalismus.
Die Geschichte nimmt in den 60igern ihren verhängnisvollen Anfang:

Zu dieser Zeit setzte ein Regierungsbeamter in einem Experiment ahnungslos ein paar Nilbarsche im Viktoriasee aus, obwohl diese Riesenfischart in dem zweitgrößten Südwassersee der Erde (68.800 km²) bis dahin nicht heimisch war. Die ökologischen Folgen waren katastrophal. Innerhalb von einigen Jahrzehnten fraßen die Barsche einen Großteil der anderen Fische auf. 400 Arten starben aus. Der „Clou“ dabei: Das Filet des Edelfisches lässt sich teuer nach Europa verkaufen. Und so starten auf dem Flugplatz in Mwanza, Tansania, täglich Transportmaschinen mit 50 Tonnen Fischfilets in ihren dicken, stählernen Bäuchen. Doch von dem Exportboom profitieren nur wenige. Rund 10.000 Jobs wurden geschaffen, dafür aber 80.000 vernichtet. Die meisten einheimischen Fischer sind ohne Beschäftigung. Die Arbeitslosenquote beträgt 95 Prozent. Der Profit wandert gleich auf Schweizer Nummernkonten der Mächtigen und geht für die Abzahlung der Auslandsschulden drauf. Die krepierende Bevölkerung in Tansania hat davon nichts. In einem Klima aus Hungersnot, AIDS-Epidemien und bitterer Armut kämpfen die Menschen ums nackte Überleben, während die Nahrung, die sie retten würde, vor ihren Augen nach Europa ausgeflogen wird. Ein paradoxes, irrsinniges Schauspiel. Entarteter Kapitalismus. Nur der Stärkste überlebt. Darwins Albtraum eben. (mehr/quelle)

Sendetermine: Heute 20:40 Uhr und am 2. Mai um 0:50 Uhr auf arte

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