doku
Film / 27.07.2010

Let’s make money – machen wir Geld

TV-Tipp für heute Abend 22:45 Uhr – ARD

“Let’s make money” ist ein Film zur Finanzkrise. Er zeigt eine alptraumhafte Reise durch das Labyrinth des globalen Marktes.
Der Dokumentarfilmer Erwin Wagenhofer begleitete Investmentbanker und Fondsmanager über mehrere Jahre durch die oft undurchsichtige Finanzwelt. Sein ernüchterndes Fazit: Alle haben die Krise kommen sehen – nur hat es keinen interessiert, solange die Rendite stimmte.
[…]
Der Film zeigt deutlich: Wir erleben keine Finanzkrise, sondern eine Gesellschaftskrise Рdie wir mit unserem Geld beeinflussen k̦nnen.

Ein Dokumentarfilm von Erwin Wagenhofer aus 2008 (“We Feed the World”)

damals / Film / 13.04.2010

TV-TIPP: Aghet

Kleine Geschichtsstunde heute Abend um 20:15 Uhr auf Phoenix:

Der 90-minütige Dokumentarfilm „Aghet” (armenisch: „die Katastrophe”) erzählt von einem der dunkelsten Kapitel des Ersten Weltkriegs: dem Genozid an den Armeniern, bei dem zwischen 1915 und 1918 bis zu 1,5 Millionen Menschen im Osmanischen Reich (heute Türkei) ums Leben kamen. Dieser erste Völkermord des 20. Jahrhunderts, dessen Tatsache neben der Shoah 1948 zur Schöpfung der Anti-Genozid-Konvention der UN führte, wird bis heute von den Verantwortlichen und ihren Nachkommen geleugnet und ist von der Welt weitgehend verdrängt…
Aghet РEin V̦lkermord

Ein Dokumentarfilm von Eric Friedler („Das Schweigen der Quandts”, 2007).

Der Film lief Freitag-Nacht bereits in der ARD. Daher habe ich ihn schon gesehen und kann ihn deshalb sehr empfehlen. Sowohl mit der Machart wie auch mit der inhaltlichen Dichte mit vielen Originalaufnahmen und dem “politischen” Bogen bis in die heutige Zeit bietet der Film einen tiefen und informativen Einblick in dieses dunkle Kapitel der jüngeren Geschichte.

Film / 23.12.2009

Petropolis

Am Ende ihrer Epoche durchpflügten die Ölmenschen jeden Quadratmeter von Mutter Erde, um auch noch die allerletzten Tropfen ihres Lebenssaftes ausfindig zu machen und ausbeuten zu können.

Im kanadischen Bundesstaat Alberta liegt das größte oberirdische Erdölvorkommen der Welt. Im Tagebau werden Ölsande abgebaut, um Bitumen zu gewinnen. Doch um daraus ein Barrel Öl herzustellen, werden 80 Kilogramm Treibhausgase produziert. Der Dokumentarfilm von Filmemacher Peter Mettler – fast durchgängig per Hubschrauber aus der Vogelperspektive aufgenommen – ist die filmische Anklage einer beispiellosen Umweltsünde.

“Petropolis” wurde im Wesentlichen an Bord eines Hubschraubers gedreht. Mit einer speziellen, ursprünglich für militärische Zwecke konzipierten HD-Kamera fing Filmemacher Peter Mettler einzigartige, beinahe apokalyptische Bilder ein. Die langen, manchmal weit ausholenden, manchmal ruckartigen Luftaufnahmen wurden anschließend zu einem spektakulären Film zusammengeschnitten und in eine radikal neue Bildsprache umgesetzt.
“Petropolis” wurde mit dem Preis des Jungen Publikums beim Visions du Réel 2009 ausgezeichnet.
(arte.tv)

Einer der besten und zugleich verstörendsten Dokumentarfilme dieses Jahr. Lief Mitte des Monats auf arte. Wiederholung leider erstmal nicht in Sicht. Aber das Internet vergisst nicht.
Offizielle Webseite zum Film mit umfassendem Bildmaterial.

Mögen die Menschen dieser Tage lieber zu sich selbst statt zu Gott beten…

damals / Film / 9.11.2009

Material

Filmtipp zum Thema des Tages:

Ein ungewöhnlicher Blick auf den Mauerfall. 1989 sind gesellschaftliche, politische und persönliche Beziehungen in Bewegung geraten, die Verhältnisse entwickeln sich. In Thomas Heises Dokumentarfilm “Material” geht es um diesen aufscheinenden, kurzen Moment der Chance auf Veränderung.

Ein wirklich interessanter Film, der mit teils seltenen Aufnahmen und mit ihrer Ausführlichkeit einen ganz anderen tiefen Blick auf die Zeit des Wandels und des dann schnellen Endes der DDR bietet und die Komplexität dieses Prozesses erkennen lässt. Bemerkenswert anders, als das was sonst heutzutage in der Rückblende geboten wird.
“Material” lief letzte Nacht auf Arte und ist jetzt noch sieben Tage im Online-Angebot von Arte zu sehen: “Material” – arte+7 Video

Update:
Interview mit Thomas Heise bei Telepolis: Was ist der bessere Knast?

damals / 28.07.2009

TV-TIPP: Freundschaft! Die Freie Deutsche Jugend

Ein Dokumentarfilm von Lutz Hachmeister (Das Goebbels-Experiment…) und Mathias von der Heide über den staatlichen Jugendverband in der DDR. Die Mitgliedschaft in der FDJ begann normalerweise als Schüler der 8. Klasse und löste so fast automatisch die Mitgliedschaft bei den Pionieren ab. Als einfacher FDJ’ler nahm man an den FDJ-Nachmittagen und anderen Pflichtveranstaltungen teil, die allesamt wie alles bei der FDJ vom politischen Dogma der DDR geprägt waren. StreberInnen, die ein Studium oder andere weitergehende Karrieren in der DDR im Sinn hatten (manchmal aber einfach auch aus Ãœberzeugung), strebten schon da Ämter in der FDJ innerhalb des Klassenverbandes oder auch darüber hinaus an.

Kaum eine andere Institution hat die Bürger der ehemaligen DDR so miteinander verbunden wie die Freie Deutsche Jugend. Der Mitgliedschaft in der FDJ konnte man sich kaum entziehen – und wenn doch, dann in der Regel nur mit negativen Konsequenzen für Biografie und Karriere. In ihrem Dokumentarfilm „Freundschaft! Die Freie Deutsche Jugend” beleuchten Grimme-Preisträger Lutz Hachmeister und Co-Regisseur Mathias von der Heide zum ersten Mal die Gesamtgeschichte dieser merkwürdigen Institution, deren Insignien das blaue Hemd und die aufgehende Sonne waren. In der FDJ lernte der gesamte Führungsnachwuchs der DDR „Kaderpolitik”, auch die heutige Bundeskanzlerin Angela Merkel hielt es für ratsam, sich dort aktiv zu engagieren. (daserste.de)

Erwähnt wird in der Dokumentation auch der Punk in der DDR. Quasi die Gegenkultur mit der Gier nach Leben und Aufbegehren.

Sendetermin: Heute Abend 22:45 Uhr in der ARD

Film / 15.07.2009

Capitalism: A Love Story

Ein neuer Dokumentarfilm von Michael Moore. Diesmal soll es eine satirisch-böse Abrechnung mit denen sein, die an der Finanz- und Bankenkrise Schuld sind. Der Film läuft im Oktober in den USA an, bisschen später dann sicher auch bei uns.


DirektLink: YouTube

Film / prem / 7.06.2009

HOME – Das ist unsere Erde


Regie: Yann Arthus-Bertrand – Produzent: Luc Besson – 2009

Noch einmal zu HOME. Für mich ist er der Film des Jahres und mit seinen beeindruckenden Aufnahmen das bisher beste Filmwerk zur Thematik wie wir Menschen mit diesem Planeten umgehen und welche Auswirkungen unser Dasein hat. Niemand, auch Yann Arthus-Bertrand nicht, erwartet, dass der Mensch ab morgen wieder in Höhlen lebt und wieder zum Jäger und Sammler wird. Bertrand’s Blick aus der Vogelperspektive zeigt aber, dass es so wie bisher nicht mehr lange weiter gehen kann und wird. Die Mär vom grenzenlosen Wachstum wird abgelöst werden müssen von viel mehr Nachhaltigkeit. Abwrackprämien, die auch noch irreführend Umweltprämie genannt werden, sind da denkbar falsche Lösungen, die den bisherigen Zustand künstlich am Leben erhalten. Zu einem hohen Preis, wie der deutsche Steuerzahler noch merken wird. Aber das nur nebenbei. Die Veränderungen werden viel tiefgreifender sein müssen und die Gesellschaft wesentlich stärker verändern, als ein paar neue Kleinfahrzeuge auf den Strassen. Der Anfang ist, das Bewusstsein für den Zustand der einen Umwelt, die uns alle – näher oder weiter entfernt – umgibt, zu sensibilisieren. Und der Film von Yann Arthus-Bertrand ist da ein wahres Geschenk. Gibt er doch dem Modewort “Globalisierung” die volle Bedeutung.
» mehr…

nach oben