ddr
damals / politik / 24.03.2009

von Denk- und Sprechvorgaben

Diesmal war es der Erwin, der nicht die verordnete Sicht auf DDR-Geschichte teilte, und deshalb von den Medien und Politikern angegriffen wird. Im 20. Jahr nach 1989 soll keiner anders denken, als von den sich-selbst-gleichgeschalteten Medien, einer Mehrheit der Politiker und den Berufs-„DDR-Bürgerrechtlern“ vorgegeben.

Die Meute heult auf

Ein schwieriges Thema dieser Umgang mit der DDR-Geschichte. Jedem sollte der persönliche Teil der Sicht auf die Dinge zugestanden sein. Wenn dies freilich auch Grenzen hat. So weiß ich persönlich von damaligen Stasi-Bediensteten der HVA, die Instrumente der DDR wie Hohenschönhausen in der Form leugnen. Ganz so, wie man es von Leugnern aus anderen Epochen kennt. Doch dies sind letztlich die Dinge, an denen sich die DDR in der Rücksicht messen lassen muss und Begrifflichkeiten für das was sie war, definiert. Schon aus dem verlogenen Selbstbildnis heraus, dass tagein tagaus durch gleichgeschaltete Propaganda auf den DDR-Bürger einwirkte. Das sollte man nicht vergessen.

damals / 22.01.2009 / 1 Kommentar

Winter 78/79

Die interessanten Geschichten stehen manchmal in den Kommentaren. Ein Leser berichtet von seiner Zeit als Soldat der Nationalen Volksarmee der DDR, stationiert auf Prora.
-> Prora – Winterschlacht im Norden

damals / Film / 20.10.2008

Here We Come – Breakdance in der DDR

TV-TIPP: Heute 0:00 Uhr im ZDF
Damals in den 80ern… Wir übten im Schuppen auf dem Hinterhof. Egal ob in der Hitze des Sommers oder der Kälte des Winters, immer voller Elan und Freude an den Moves und der Musik. Zu viel mehr hatte es nie gereicht. Aber wir hatten unseren Spaß und ein wenig Abstand vor dem was draußen vor dem Schuppen an Ödnis existierte. Und heute Nacht gibt es nun einen Dokumentarfilm, der das Thema – die “Generation Breakdance” der DDR – beleuchtet.

Zuerst als Underground ausgegrenzt und der Willkür der Polizei ausgesetzt, entwickelt sich Breakdance zu einer wichtigen Jugendkultur in der ehemaligen DDR. Die Behörden müssen dem Druck der Begeisterung bald nachgeben und dem “Akrobatischen Showtanz” ihren Segen geben – legitimiert als Solidarisierung mit den unterdrückten Minderheiten in den USA. Tausende tanzen in den FDJ-Jugendclubs mit selbstbemalten Turnschuhen zu selbstgebastelter Musik, mit manipulierten Kassettenrekordern hergestellt. [...]
Der Dokumentarfilm gibt lebendige Einblicke in ein bisher unbekanntes Phänomen und liefert ein überraschendes Bild der DDR. Er erzählt auf mitreißende Weise davon, wie man sich mit Leidenschaft und Kreativität etwas Eigenes schaffen und daran festhalten kann – unabhängig von allem, was einen umgibt.

“Here We Come – Breakdance in der DDR” – ein Dokumentarfilm von Niko Raschik

damals / politik / 20.04.2008 / 3 Kommentare

Suchpool DDR-Bürger

Ein besonders dunkles Kapitel der ehemaligen DDR waren die Zwangsadoptionen. Sie waren als Machtinstrument der DDR ein Mittel des Staates in das Leben von Familien einzugreifen. Zwangsadoptionen wurden vor allem gegen Familien von Republikflüchtigen sowie auch gegen Familien von politisch anders denkenden Menschen eingesetzt. Als Gründe für die staatliche Kindesentziehung galten versuchte Republikflucht, staatsfeindliche Hetze oder auch Ausreiseanträge. Kinder wurden aus ihren Familien gerissen und in Heime oder zu Pflegefamilien gegeben. (Mehr dazu hier)
Aber auch andere Gründe führten dazu, dass Familien auseinander gerissen wurden.
Die Seite Suchpool DDR Bürger, im Weblog-Format von Eva Siebenherz / Netzwerkstasiopfer Selbsthilfe e.V. betrieben, bietet eine unkomplizierte Möglichkeit eine Suchanfrage nach vermissten Angehörigen oder Freunden aus alten DDR-Zeiten ins Netz zu stellen oder sich selber suchen zu lassen. Die bereits vorhandenen Suchanzeigen lesen sich schon jetzt wie ein kleines Kapitel im Geschichtsbuch der DDR. Sie lassen die teilweise dramatischen Schicksale hinter den Geschichten der Suchanzeigen erahnen und berühren sehr.

damals / politik / 1.10.2007

Der lange Schatten

Es war eine denkwürdige Sendung gestern abend bei Anne Will. Das Thema war in Bezug auf den Film “Die Frau vom Checkpoint Charlie“, dessen erster Teil direkt davor zu sehen war : “Unrecht vergeht nicht: der lange Schatten der DDR“.
Zu Gast waren unter anderem die betroffene Mutter Jutta Gallus-Fleck und ihre zwei Töchter, deren Schicksal im oben genannten Film erzählt wurde. Die Mischung der Gäste, ihre Positionen damals und heute, das Thema selber und vor allem die Reaktionen in den Kommentaren im Blog zur Sendung, zeigen, wie wichtig Aufarbeitung und Aufklärung im Umgang mit der DDR sind. Eigentlich ist man da noch am Anfang, besonders im Zwischenmenschlichen. Das zeigt sich ganz gut in den über 230 Kommentaren des Anne Will Blog. Dort findet sich mittlerweile ein guter Querschnitt der gesamten Gesellschaft, Ost wie West, vom Neuinteressierten, vom ewig Gestrigen, vom Desinteressierten bis hin zu Opfern des DDR Regimes, die in den Kommentaren auf ihre Geschichte hinweisen. Auch eine ehemalige Mitgefangene der oben erwähnten Mutter aus dem Film meldet sich in den Kommentaren zu Wort.
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damals / Foto / 13.08.2007

Der BT 11

Wird öfter mal nach gesucht…
asc-bt11.jpg

Der BT 11 war ein Beobachtungsturm der Grenztruppen der DDR. Dieser hier befindet sich an der Deichstraße (Börgerende-Rethwisch, siehe Google-Maps) und ist mittlerweile in privater Hand. Der gesamte Küstenbereich galt in der DDR als Grenzgebiet. Dementsprechend wurde auch überwacht. Der nächtliche Aufenthalt am Strand, egal ob inner- oder außerorts, galt schon als verdächtig.
Mittlerweile gibt es den Turm auch als Modellbausatz.

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