burma
sonst so / 11.11.2008

20 Jahre Haft für Blogger “Nay Myo Kyaw”

Neues aus der, in der Blogosphäre kurz in Mode und schnell wieder in Vergessenheit geratenen, Krisenregion Burma. Ich erinnerte Anfang des Jahres schon mal daran, und die Reaktionen waren damals “erleuchtend”. Im Januar diesen Jahres war der burmesische Blogger Nay Myo Kyaw verhaftet worden. Er betrieb unter dem Namen Nay Myo Latt im Umfeld der Proteste gegen die Militärjunta ein systemkritisches Blog. Er schrieb über den Alltag in Burma und die hohen Lebenshaltungskosten, die damals zu den aufflammenden und durch die Militärjunta blutig niedergeschlagenen Protesten führten.

Jetzt ist Nay Myo Kyaw durch ein Gericht für seine Aktivitäten zu 20 Jahren und 6 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Seine strafbaren Handlungen sind dem Urteil nach die Beleidigung des Staates, der Verstoß gegen den sogenannten “Electronic Act” und der Verstoß gegen den sogenannten “Video Act”. Neben ihm sind noch weitere Aktivisten verurteilt worden, berichtet Heise.de.

Die Organisation “Reporter ohne Grenzen” ruft nun alle Blogger der Welt dazu auf, sich solidarisch für Nay Myo Kyaw einzusetzen. Jetzt kann der Teil der damals so besorgten deutschen Blogosphäre zeigen, wie ernst es ihr vor über einem Jahr mit einem freien Burma war.

politik / 14.05.2008

Humanitäre Intervention ist nötig

128.000 Tote, bis zu 2,5 Millionen Betroffene: Das Elend in Burma wächst mit jedem Tag, an dem die Junta ausländische Hilfe abblockt. Verzweifelt versucht sie zu verhindern, dass die Welt vom wahren Ausmaß der Katastrophe erfährt – mit einer perfiden Strategie will sie das Land schnellstmöglich wieder abschotten. Quelle

Muss man nicht langsam intervenieren und Burma mit Hilfsgütern bombardieren. Natürlich so, dass alles unversehrt am Boden ankommt. Und reichlich, damit die Blockadehaltung der Junta endlich ad absurdum geführt wird. Wo bleibt die allerorten hoch gehaltene Globalisierung, wenn es um tausendfache Menschenleben und Menschenrechte geht. Sollte man nicht mit der alt gewordenen UN-Charta brechen und die staatliche Souveränität Burmas – zumal bei solch zweifelhaften Machthabern – missachten, um Menschenleben zu retten. Fragen über Fragen, deren Antworten keine Zeit haben.

8.05.2008 / 1 Kommentar

Bekloppert

500 Millionen US Dollar für GTA4 in der ersten Woche. Was könnte man jetzt alles mit dem Geld in Burma anstellen. Solche Vergleiche hinken immer. Klar. Aber muss man wirklich zum vierten Mal die fast gleichen Verbrechermissionen durchspielen und dafür auch noch 65 Euro ausgeben, nur weil es jetzt ein bisschen mehr glänzt? Man könnte so viele schön nützliche Dinge kaufen. 1.000 Tabletten zur Wasseraufbereitung, mit denen zwischen 4.000 und 5.000 Liter Wasser trinkbar gemacht werden können, kosten 9 Euro. (Quelle: UNICEF). Dies ist kein Aufruf oder Appell, aber drüber nachdenken kann man ja mal.

sonst so / 30.01.2008

Blogger verhaftet

In Burma ist jetzt einer der bekanntesten Blogger verhaftet worden.

Nay Myo Latt betreibt drei Internet-Cafés und ist Mitglied in der Oppositionspartei National League for Democracy ist. Daneben führt er ein populäres Blog, das unter anderem politische Themen anspricht. Er soll schon länger unter Beobachtung durch die Polizei gestanden haben. Golem.de

Da könnte man doch jetzt mal…

sonst so / 23.01.2008 / 13 Kommentare

WTF is Burma

Kann sich noch jemand erinnern?

asc-free-burma.png

Im Oktober letzten Jahres war es, als die Menschen, vor allem die Mönche, in Burma auf die Strassen gingen, um für ihre Freiheit zu kämpfen oder wenigstens gegen Preiserhöhungen zu demonstrieren. Die Bilder gingen für ein paar Tage um die Welt. Ein kleiner Teil der deutschen Blogosphäre, initiiert durch Basicthinking, fühlte sich berufen, Solidarität zu zeigen. Man bemalte kollektiv sein Blog rot an und rief die Seite free-burma.org ins Leben.

Jetzt, knappe vier Monate später, keine Spur mehr vom Interesse am Freiheitskampf der Mönche in Burma bei den meisten der damals teilnehmenden Blogger. Die letzte News auf free-burma.org stammt vom 08.10.2007.

Dabei gäbe es nach wie vor gute Gründe, auch jetzt noch auf die Situation in Burma aufmerksam zu machen, darüber zu berichten und weiterhin Solidarität zu zeigen.

Burma: Opposition fordert erneut Befreiung von Suu Kyi
Basler Zeitung – 18. Jan. 2008

Kaum Fortschritte in Burma
NZZ Online – 17. Jan. 2008

Serie von Sprengstoffattentaten in Burma
derStandard.at – 17. Jan. 2008

Burma: Suu Kyi trifft Junta-Vertreter
Wiener Zeitung – 11. Jan. 2008

Burma: Trauriger Nationalfeiertag
Radio Vatikan – 4. Jan. 2008

Burma beschneidet Infomöglichkeiten weiter
Bieler Tagblatt – 2. Jan. 2008

Burma: Mönche rufen zu weiterem Widerstand auf
Radio Vatikan – 2. Jan. 2008

(eine kleine Auswahl an Meldungen der letzten Tage bei Google-News)

Während in Burma der Kampf um die Freiheit also irgendwie weitergeht, hat man sich hierzulande, von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen, in den damals so solidarischen Blogs längst wieder abgewendet. Von Nachhaltigkeit oder ernsthaftem Interesse am Schicksal der Menschen in Burma keine Spur mehr.

politik / 6.11.2007 / 1 Kommentar

Pakistan?

Kann es sein, dass in Pakistan nicht gebloggt wird? Oder gibt es dort einfach keine Mönche? Wahrscheinlich ist es beides.
Vielleicht sieht aber auch nur Pakistans dunkles grün nicht so schön aus wie Burmas rot…

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