amoklauf
sonst so / 22.03.2009

Trauerszenen gegen Geld

Schülern wurde gegen Cash diktiert, was sie vor laufender Kamera sagen sollten. Auch der Satz “Tim wurde von seinen Mitschülern gemobbt”, soll gekaufte Filmware gewesen sein. Andere Schüler wurden, ebenfalls gegen ein Entgeld von 20 bis 100 Euro, gebeten, Blumen oder Kerzen abzulegen und sich dann weinend zu umarmen.

Winnenden: 100 Euro für eine Tränen-Aufnahme
Eine Beerdigung als Medien-Event und gestellte Trauerszenen gegen Cash: W&V-Chefredakteur Jochen Kalka über die Sensationsberichterstattung in seiner Heimatstadt Winnenden. (wuv.de vom 16.03.2009)

18.03.2009 / 3 Kommentare

Zeit der Besinnung – 2009

Nach Ende des Rausches folgt die Zeit der Besinnung. Das war auch schon 2006 nach Emsdetten der Fall. Ich habe dazu noch einmal ausgewählte Artikel aus dem Jahr 2006 rausgesucht. Schon damals war man, wenn auch mit etwas Verzögerung, zu einer differenzierten Betrachtung in der Lage. Eine kleine Presseschau, die auch den Stillstand in der Sache zeigt.

2009
World Of Bullshit
Wie wäre es, statt der “Computerspiele” mal populistische Studien zu verbieten? Oder deren Lektüre erst “ab 18″ zu erlauben? Es würde nichts helfen, die “Experten” sind nicht mehr zu stoppen. (taz.de)

Zu schnell geschossen
Getötet hat Tim K. mit einer Pistole – nicht mit der Maustaste. Wer jetzt laut ein Verbot von Killerspielen fordert, ignoriert die Notwendigkeit ganz anderer Debatten (zeit.de)

Amokläufe: Sind reale oder virtuelle Waffen das Problem?
Schützenvereine und Waffenliebhaber haben noch eine bessere Lobby in der Politik als die Computerspieler (telepolis.de)

2006 – nach Emsdetten, alle Artikel sind noch online
Hilflose Gewalt
Nach dem Amoklauf eines Schülers in Emsdetten sollten wir uns Zeit nehmen nachzudenken, warum junge Menschen so verzweifeln, dass sie zu solcher Gewalt greifen. (zeit.de)

Die unnützen Reflexe überforderter Politiker
Nach dem Amoklauf an einer Realschule in Emsdetten will Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann mit einer Bundesratsinitiative ein Verbot von gewaltverherrlichenden Computerspielen erreichen. Andere Politiker unterstüzten dies. “Verbot! Verbot! Verbot!” Eine altbekannte Reaktion, die keinem hilft. (welt.de)

Rohrkrepierer gegen Ballerspiele
Der Amoklauf von Emsdetten war kaum beendet, da war für viele Politiker bereits klar: Killerspiele haben Sebastian B. zur Gewalt verführt. Sie müssten jetzt endlich verboten werden. Eine Forderung, die so hilf- wie wirkungslos ist. Experten sind sich einig: Kein Spiel macht ein Kind zum Mörder. (spiegel.de)

noch mehr aus 2006 hier: Zeit der Besinnung

sonst so / 13.03.2009

widerlich…

Der Amoklauf nach dem Amoklauf, in dem sich fast alle Medien ergötzen.

Aber muss man sich wirklich wundern, wenn irgendwann wieder ein Gullideckel explodiert, die man doch sonst so “bemüht” zu Boden drückt. Gemeint ist hier der Allgemeinzustand in Teilen der Gesellschaft.

Und gehören dann, wenn man wieder mit den bekannten Keulen die üblichen Klischees bedient, nicht auch bestimmte Presseorgane verboten? Wenigstens die widerlichsten ihrer Zunft? Bild Dir Deine Meinung.

Lesetipps:
Die Lust am letzten Schuss
Zwischen Twittern und Stammeln. Die Art und Weise, wie über den Amoklauf an einer Schule in der süddeutschen Kleinstadt Winnenden berichtet wurde, spiegelt auch Wohl und Wehe der Medienlandschaft – grenzübergreifend. (derbund.ch)

Medien-Terror in Winnenden: Die Sensationskarawane zieht weiter
Kamera-Teams und Katastrophen-Touristen haben die Kleinstadt Winnenden heimgesucht. W&V-Chefredakteur Jochen Kalka wohnt mit seiner Familie in Winnenden und schildert einen medialen Ausnahmezustand, der vieles übertüncht und manche Frage offenlässt. (wuv.de)

via Twitter: Werbung für ein Militärspiel auf Bild.de 2 Tage nach dem Amoklauf

12.03.2009 / 2 Kommentare

Es passiert nichts

Aus 2007 von und mit Hagen Rether aus dem 3sat-Spezial “Liebe”.

DirektLink: YouTube

sonst so / 11.03.2009

Twitter im Amokrausch

Heute war die Stunde Twitters im deutschsprachigen Raum. Durch einen Amoklauf nicht gerade ein rühmlicher Karriereschub für Twitter, wenn man sah, was dort so teilweise über die entsprechenden Tweets lief. Nachrichtensender wie N24 zitierten zeitweise aus den Twittermeldungen wie sonst aus den Tickern von Nachrichtenagenturen. Das machte nicht wirklich Sinn und hat mit gutem Journalismus auch nichts tun.

Die erste Meldung auf Twitter überhaupt soll heute morgen von Tontaube gekommen sein. Gegen 10:30 Uhr twitterte sie vom Winnender Bahnhof und warnte ihre Freunde vor einem Amoklauf an der Realschule Winnenden. Was sie mit ihrer Twittermeldung los getreten hat und was dann auf sie zu kam, berichtet sie in einem Interview bei SÃœDWILD, welches sich, wenn man die Fragen an Tontaube anschaut, in die Reihe der “schmierigen” Berichterstattung einreiht. Das wird – so kann man befürchten – dann jetzt alles, gewürzt mit vielen neuen Präventivideen, die nächsten Tage noch so weiter gehen. Tage der Pause von der Finanz- und Wirtschaftskrise.

sonst so / 11.03.2009 / 2 Kommentare

schrecklich…

was da wieder passiert ist. Können sich solche Typen nicht einfach in ihren Kellern einschließen und die Welt von sich in Frieden lassen? *kopfschüttelnd*
Die Stunde von Twitter – selbstaktuallisierende Suche nach den Schlagworten des Tages: #winnenden, #amoklauf und #AusWinnenden

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