politik / 20.11.2008

Neuzeit-Kolonialismus

Billige Arbeitskräfte im Ausland zu nutzen, ohne einen der Produktivität angemessenen Lohn zu zahlen, so wie es seit Jahren praktiziert wird, könnte man vielleicht schon als eine Form von Kolonialismus bezeichnen. Die neueste Form des Kolonialismus ist die Übernahme von großen Landflächen eines anderen Landes zur meist landwirtschaftlichen Nutzung quasi autonom nach eigenen Vorstellungen. In Madagaskar übernimmt jetzt der Daewoo-Konzern für 99 Jahre eine Fläche von 13.000 qkm. Das entspricht in etwa der Hälfte der insgesamt landwirtschaftlich genutzten Fläche in Madagaskar. Genutzt werden soll die Fläche zum Anbau von Mais und anderen Pflanzen zur Herstellung von Biosprit.

Möglicherweise muss der Konzern nichts für das Land zahlen, das er mit einem Konsortium, dem auch chinesische Firmen angehören sollen, für 6 Milliarden US-Dollar in den ersten 25 Jahren erschließen will und damit Infrastruktur und bis zu 70.000 Arbeitsplätze schaffen soll. Quelle

Weitere “Neuzeit-Kolonien” werden folgen. So war vor einiger Zeit z.b. die Rede davon, dass die kontaminierten Gebiete um Tschernobyl zum Anbau von Biosprit-Pflanzen durch ausländische “Investoren” genutzt werden könnten. Interessenten soll es schon geben.

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