Film / sonst so / 8.03.2008

Lord of War gefasst

Der Film “Lord of War” mit Nicolas Cage (eine seiner besten Rollen) ist nicht einfach nur ein Spielfilm, der den Zynismus der Globalisierung sarkastisch aufs Korn nimmt. Er erzählt die Geschichte eines Waffenhändlers, wie es ihn im richtigen Leben gibt. Und eben dieser Waffenhändler – er galt als Vorlage für den Spielfilm – ist jetzt in Thailand verhaftet worden (Logistiker des Todes…). In einem thailändischem Fünf-Sterne-Hotel traf er auf US-Ermittler, die als FARC-Rebellen getarnt, einen Waffendeal aushandeln wollten. In einem ganz anderen Film, dem Dokumentarfilm “Darwins Alptraum”, erzählt an einem späten Abend ein russischer Pilot einer Antonow-Frachtmaschine von seinen anderen Flügen in Afrika. Er fliegt normalerweise bzw. während der Entstehung der Doku Nilbarsche vom Viktoriasee nach Europa. Er erzählt rührend davon – redseliger, als er eigentlich sein wollte – wie er auf den Rückflügen Weintrauben aus Südafrika nach Europa fliegt. Auf den Hinflügen hatte er unter anderem für Tansania oder Angola schwere Maschinen an Bord. Schwere Maschinen, die Waffen sind für die unzähligen Konflikte in Tansania, Sierra Leone und den vielen anderen Konfliktregionen in Afrika. An diese Szene muss ich immer denken, wenn ich mir Weintrauben kaufe und diese aus Südafrika stammen. Vielleicht fliegen diese Maschinen jetzt erstmal nicht mehr.

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