Film / 9.01.2006

Jarhead

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Gruselige Einblicke in die amerikanische Kriegsmaschinerie.

Da werden junge Menschen wie Swofford, die vom Weg abgekommen, oder vielmehr erst garkeine Chance auf einen “normalen” zivilisierten Weg in der amerikanischen Gesellschaft haben, zu staatlich geförderten Mördermaschinen erzogen, die dann trotzdem niemand so recht braucht. Auch jene nicht, die ihnen mit diesem “Job” eine Perspektive versprachen. Soldat sein, ist nicht nur ein Job, es ist ein “Lebenslänglich”.

“Jeder Krieg ist anders, jeder Krieg ist gleich” wird im Film eindrucksvoll durch die Ãœberbleibsel des Vietnam-Krieges deutlich. Schockierend beispielsweise, wie der Anti-Kriegsfilm “Apocalypse Now” auf die jungen Jarheads nicht abschreckend oder verstörend, sondern wie eine Motivationsspritze wirkt.

Der Film basiert auf dem gleichnamigen Buch von Anthony Swofford, welches 2003 veröffentlicht wurde und damals ein beachtliches Medieninteresse auslöste. Regisseur Sam Mendes (American Beauty) zeigt, dass ein guter Antikriegsfilm auch ohne blutrünstige Kampfszenen auskommen kann. Der Film schwingt nicht die grosse Moralkeule gegen Krieg, die man sich als alter Pazifist vielleicht bisweilen wünscht. Was man zu sehen bekommt, ist jedoch anti genug. Potentiellen Rekruten sollte dieser Film ein klarer Hinweis auf ihre mögliche Zukunft sein.

Der Slang bzw. das Klima, welches im Film in über 120 Minuten transportiert wird, ist zeitweise ziemlich nervig und macht es eher schwer, nachhaltig von der Geschichte gerührt zu sein. So manches Mal mag man denken: Selber schuld.

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