Film / prem / 9.01.2008 / 2 Kommentare

I Am Legend

asc-i-am-legend.jpg
Will Smith im Gespräch mit einem Scientologen -> Will Smith boosting Scientology

Hat den Film eigentlich jemand noch nicht gesehen? Man hört und liest schon so viel über ihn. Dabei kommt der doch erst morgen in die Kinos. Es wäre wohl ein wenig naiv, sich wirklich darüber zu wundern. Man hört ja auch von kleinen Hinterhof-Vorstellungen für nen Euro – aber nur für Raucher. Ach, alles nur Gerüchte…

Zum Film hab ich mir sagen lassen: Die ersten 30 Minuten ist man noch ganz angetan von den Bildern der mit Grünzeug überwucherten Stadt New York. Verlassene mit Grasnarben bewachsene Strassen. Manche von ihnen voll gestellt mit Autos, die fluchtartig verlassen scheinen. Mitten drin in diesem Gewusel vereinzelt kleine Herden von CGI-Hirschen. Die eher schwache CGI-Technik fällt schnell unschön als erstes in einer kurzen Szene mit Sam auf und wiederholt sich später bei den ganzen anderen Viechern. Trotz dieses Mankos kommt dennoch ein bisschen Endzeitstimmung auf. Es kann ja auch noch richtig spannend werden.

Will Smith (Neville) ist also der einzige Ãœberlebende in New York. Was war passiert? Die Menschen hatten mit Viren experimentiert, den Krebs besiegt und dann ging was schief. Es kam zu massenweisen Infektionen, die die Menschen mutieren ließen. Sie wurden zu Vampirzombies oder Zombievampiren. Je nachdem wie man es sehen mag. Allerdings ohne viel Kreativität umgesetzt. Was folgt, ist das altbekannte “Gut gegen Böse” Duell zwischen Neville und den Vampiren. Irgendwann, nein rein zufällig genau im richtigen Moment, betritt eine weitere Ãœberlebende mit Quotenkind die Kulisse und alle Hoffnung auf ein spannendes Finale wird begraben(?). Na, das wird hier nicht verraten. Reicht ja schon, dass mir die vermeintlich spannenden und rührenden Momente des Films verraten wurden. Und das, wo insgesamt nicht so sehr viel passieren soll.

asc-i-am-legend-1.jpg

‘I Am Legend’ – hier von Francis Lawrence (Drehbuch: Mark Protosevich, Akiva Goldsman) – ist die dritte Adaption des gleichnamigen Science-Fiction-Romans von Richard Matheson. 1954 erschienen, war der Roman das Erstlingswerk von Richard Matheson.

Leider werden in dieser Verfilmung von ‘I Am Legend’ wesentliche Inhalte des Romans, in dem der Protagonist das eigentliche Monster ist, ausgespart. Im Original ist die Menschheit nach einem globalen Krieg durch den Einsatz von biologischen Waffen zu Mutanten geworden. Sie leiden zudem an einer tödlich wirkenden Sonnenallergie, die sie wie Vampire erscheinen lässt.

Der Neville des Originals wird tagsüber zum Vampirjäger und steigert sich zunehmend in diese Rolle rein. Nachts hingegen muss er sich vor den Vampiren, die im Dunkel aktiv werden, verstecken.

Das ganze bekommt im Roman eine Wendung, als sich im Laufe der Zeit heraus stellt, dass die Mutanten eine eigene Kultur entwickelt haben und mit ihrem ganz eigenen Wiederaufbau beginnen. Der Neville des Originals wird durch seine Jagd auf die Vampire zum eigentlichen Monster. Die Mutanten leben in ständiger Furcht davor, von ihm aufgespürt und vernichtet zu werden.

Irgendwann gelingt es den Mutanten schließlich, ihn gefangen zu nehmen und ihn vor ein Gericht zu stellen. Er wird von den Mutanten wegen mehrfachen Mordes verurteilt und hingerichtet.
Der Titel des Romans, ‘I Am Legend’, bezieht sich darauf, dass er eine Legende eines mordenden Monsters der Mutanten ist.

Zum Schluss sei noch auf die Erstverfilmung hingewiesen: ‘The Last Man on Earth’ aus dem Jahre 1964 von Ubaldo Ragona. Unter Rücksicht auf seinen Entstehungszeitpunkt ist The Last Man on Earth richtig spannend.
Den Film kann man sich mittlerweile kostenlos aus dem Netz herunterladen, da sämtliche Urheberrechte erloschen sind. Download gibt es bei Archive.org: KLICK

Update:
Mittlerweile ist im Netz ein alternatives Ende zu “I Am Legend” aufgetaucht. Will Smith und die Geschichte nehmen darin ein anderes Ende. Allerdings ein nicht wirkliches besseres. Francis Lawrence hat sich zum Glück anders entschieden und das Ende so ausgehen lassen, wie man es aus dem Kino kennt. Das zweite Video auf der Seite zeigt das alternative Ende.

2 Kommentare vorhanden

  1. geschrieben am 10. January 2008 um 03:05 Uhr | Permalink

    Der Film ist eine einzige Qual. Die Hirsche gehen ja noch, wir dachten, es waeren Antilopen, dann wuerde sich das Hin- und Hergespringe erklaeren. Aber da rennt noch eine Loewenfamilie rum, die wie ein Comic aus sieht.

    Es soll ja Laender (TH) geben, wo der Film schon lange vor Weihnachten gelaufen ist. Alle die in D jetzt schreiben, sie haetten ihn gesehen, haben also abgeschrieben oder Raubkopien gekuckt, hehe…

    Wie auch immer. Es ist ein “Wir Amerikaner machen alles gut”-Film und bei Will Smith wartet man immer noch drauf, dass sein Freund mit der komischen Frisur vom Onkel durch irgendein Fenster geschmissen wird.

    Die “Entwicklung von sozialen Strukturen” bei den Mutanten… ich weiss nicht, im Film sieht es eher so aus, als ob einer der “Leader” der Freund einer der Mutantinnen ist, an denen Smith da seine Experimente durchfuehrt.

    Das Ende ist hirnrissig umgeschrieben. Wer noch nie einen Film der “I am legend”-Verfilmungen gesehen hat, sollte nicht mit diesem anfangen.

  2. n3tcr4sh
    geschrieben am 10. January 2008 um 20:30 Uhr | Permalink

    Wieso habe ich eigentlich noch nirgends gelesen, dass die Story EXAKT die gleiche ist wie bei “24 days later”?

    Viren-Pandemie -> alle Menschen Zombies -> Ein Ãœberlebender -> findet andere Ãœberlebende -> Metzel, Spannung und so -> Happy-End

Einen Kommentar schreiben

oder einen Trackback hinterlassen: Trackback URL

Name und Email-Adresse bitte immer eintragen. Die Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.



  

nach oben