politik / 8.04.2006

Es lohnt sich, auf die Strasse zu gehen

demos-in-frankreich.jpg

Das ist ja eigentlich keine neue Erkenntnis. Nur vielen Menschen scheint dies aus dem Bewusstsein verloren gegangen zu sein, besonders in diesem Land. In Frankreich funktioniert die Bewegung von unten, von der Strasse hingegen seit jeher sehr gut. Millionen von Menschen, egal ob jung oder alt, egal ob unmittelbar betroffen oder nicht, gingen auf die Strasse und gaben ihrem Protest gegen die französische Arbeitsrechtsreform eine Stimme.

Nun, nachdem Chirac als Zugeständnis an die Strasse Veränderungen in zwei Punkten ankündigte (Null Kündigungsschutz nur ein Jahr, statt zwei Jahren und das Recht auf einen Kündigungsgrund, statt grundloser Kündigung), scheint die umstrittene Arbeitsrechtsreform* komplett zu kippen. Die französische Regierung will das umkämpfte Gesetz “sofort” durch eine Neuregelung ersetzen. Damit ist der Strasse, dem französischen Volk gelungen, was sie mit ihrem aktiven millionenfachen Protest bewegen wollten.
Von diesem Aktivismus sollte man sich in Deutschland mal eine kräftige Scheibe abschneiden. In diesem Land wird vieles nur noch hingenommen, sich gegenseitig betrunken gefaselt oder sich nicht betroffen gefühlt.

*Der Erstanstellungsvertrag CPE sah für junge Jobeinsteiger zwei Jahre Probezeit mit der Möglichkeit von Kündigungen ohne Grund vor. Dagegen gingen in den vergangenen elf Wochen Millionen Franzosen auf die Straßen.

Einen Kommentar schreiben

Trackbacks sind geschlossen, aber Du kannst einen Kommentar hinterlassen.

Name und Email-Adresse bitte immer eintragen. Die Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.



  

nach oben