politik / 25.06.2008

Endlich her mit klaren Angaben!


quelle: foodwatch

Deutschland ist zu fett. Man sieht es tagtäglich da draußen auf den Straßen. Das hat sich so langsam auch bis nach Berlin rumgesprochen. Die Regierung möchte jetzt mit einem Aktionsplan für bessere Ernährung und Gesundheitsaufklärung dafür sorgen, dass sich der gut beleibte Bürger wieder gesünder ernährt. Allen voran steht eigentlich Verbraucherschutzminister Horst Seehofer (CSU), der sich immer ganz gerne als Mensch nah am Volke zeigt. Auch wenn die Verbraucher in großer Mehrheit das aus England bekannte Ampelsystem zur Kennzeichnung der Lebensmittel wünschen, auf mehr als einem freiwilligen Kennzeichnungssystem nähert sich Verbraucherschutzminister Seehofer in diesem Fall nicht an den Verbraucher an. Zuletzt ließ sich Seehofer durch den Druck der Verbraucher und Experten lediglich zu einer freiwilligen Ampelkennzeichnung durch die Lebensmittelindustrie umstimmen. Doch davon ist im heute verabschiedeten Aktionsplan nichts mehr zu sehen.

In der Politik funktioniert das nämlich so:

…der Minister stimmt sich eng mit dem Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL) ab. Der BLL ist einer der einflussreichsten Verbände in Deutschland – sein Präsident Theo Spettmann ist im Hauptberuf der Vorstandschef der Südzucker AG. Der größte Zuckerkonzern Europas macht einen jährlichen Umsatz von rund sechs Milliarden Euro und würde es empfindlich zu spüren bekommen, sollten sich die Deutschen gesünder ernähren.

Kein Wunder also, dass die Wirtschaft Lobbyarbeit betreibt: Am Dienstag, einen Tag bevor der “Nationale Aktionsplan” dem Kabinett vorgestellt wurde, lud Kraft Foods die Parlamentarier in Berlin ein, um ihnen noch einmal die Sichtweise der Industrie nahezubringen. Dabei argumentierten die Kraft-Vertreter so vehement gegen die farbliche Kennzeichnungspflicht, dass sich zum Schluss nur noch eine einzelne Abgeordnete traute, kritische Fragen zu stellen.

siehe: Bundesregierung beschließt Ernährungsplan light

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