filmchen
Film / 20.11.2006

Monster

Als Mädchen hat man noch Träume. Aileen möchte reich und berühmt werden, ganz wie Marilyn Monroe. Mitte Zwanzig ist der Traum ausgeträumt. Der tragischen Kindheit voll Missbrauch folgt das Leben als Prostituierte irgendwo in Florida unter einer Brücke lebend und von Suicidgedanken geplagt. Sie hat mit dem Leben so gut wie abgeschlossen.

monster.jpg

Eines Abends lernt Aileen in einer Bar die eigenwillige Selby kennen. Sie verliebt sich in Selby, ein Gefühl, dass sie nicht mehr zu kennen glaubte. Kurz vor ihrem ersten Rendezvous mit Selby trifft Aileen auf einen brutalen Freier. Sie erschießt ihn in Notwehr. Sie will sich nun nicht mehr prostituieren. Eine mörderische Spirale nimmt ihren Lauf. (mehr zum Film)

Ein brutaler Film. Einengend. Ein hartes Leben. Die falsche Weiche. Mitten drin bis dahin unbekannte Liebe. Das Ende ohne Happyend, aber amerikanisch. Charlize Theron (Foto) – unter anderem Oscarprämiert – ist als Aileen einfach unglaublich. Christina Ricci hätte auch Auszeichnung verdient.

Der Film (aus 2002) vom Filmemacher Nick Broomfield erzählt die wahre Geschichte der Aileen Wuornos, die 1992 als siebenfache Mörderin zum Tode verurteilt wurde. Zu sehen heute Abend im ZDF um 22:15 Uhr.
Nick Broomfield drehte bereits 1992 einen Dokumentarfilm über den Fall Aileen: “Leben und Tod einer Serienmörderin”, den das ZDF morgen Nacht um 0:50 Uhr ausstrahlt.

Film / 18.11.2006 / 5 Kommentare

Minority Report

Wir schreiben das Jahr 2054. Seit sechs Jahren hat es in Washington keinen Mord mehr gegeben. Die Zukunft ist vorhersehbar geworden und somit auch jedes zukünftige Verbrechen. Möglich wurde dies durch das „Precrime“-Programm. Drei sogenannte Precogs – präkognitive, hellseherische Menschen – liefern in ihren Visionen Bilder, welche die Polizei zum Täter führen. Das „Precrime“-Programm ist äußerst erfolgreich. Nie waren die Visionen der Precogs falsch.

minority-report.jpg

Nun soll das Programm im ganzen Land eingeführt werden. Eine Abstimmung steht unmittelbar bevor. Doch ist das Programm wirklich so perfekt? Als Special-Agent John Anderton (Tom Cruise), der seit Anbeginn mit Hilfe des „Precrime“-Programms auf Verbrecherjagd geht, selber als Täter eines zukünftigen Mordes in den Visionen der Precogs auftaucht, wird er selbst in einer Stadt der totalen Kontrolle zum Gejagten des Systems. (mehr zum Film)

“Minority Report” ist einer der richtig guten Steven Spielberg Filme. Vorlage zum Drehbuch war die gleichnamige Kurzgeschichte von Philip L. Dick aus dem Jahr 1956. Vielleicht erinnert man sich auch dann mal an den Film, wenn man seine U-Bahn Fahrt per Iris-Scan bezahlen kann…
“Minority Report” wird heute um 23:10 Uhr in der ARD gezeigt.

Film / 15.11.2006

Führer Ex

fuehrer-ex.jpg
Heute Abend um 0:20 Uhr in der ARD.
» mehr…

Film / 2.10.2006

Das Märchen

Deutschland, Ein Sommermärchen
‘Deutschland. Ein Sommermärchen’ Der Filmtitel erinnert mich irgendwie an einen heissen Urlaubsflirt. Kurzweilig exotisch fernab des Alltags. Ja, so war das wohl diesen Sommer.
Die Netzeitung weiß zu berichten, dass man im Film viel Oliver Bierhoff ertragen muss.
Und:

Klaus Augenthaler hat sich kurz vor der Weltmeisterschaft über die vielen gesichtslosen Fußball-Spieler der Gegenwart beschwert. Der frühere Profi des FC Bayern München erzählte, wie er sich während der WM 1986 in Mexiko mit einigen Kollegen einmal heimlich auf dem Verdeck eines Lieferwagens aus dem Quartier der deutschen Mannschaft stahl. … Die braven deutschen Jungs, die im Sommer 2006 ein Land in ihren Bann geschlagen haben, wurden am Ende Dritter. Der freche Klaus Augenthaler war 1990 Weltmeister.

Netzeitung: ‘Ein Sommermärchen mit braven Jungs’
Der Film ist am 6. Dezember in der ARD zu sehen. Huch, das soll ja noch keiner wissen. Also ab Donnerstag im Kino.

Film / prem / 28.09.2006 / 2 Kommentare

Das Parfum

dasparfm.jpg
Dieser Film wäre geradezu prädestiniert für die Premiere des Geruchs-Kinos bzw. Fernsehens. Nicht weil ich vielleicht wissen wollen würde, wie denn Jessica Schwarz so schnuppert. Nein. Das Kino dürfte voller angenehmer Düfte sein, und zum Ende des Filmes würden sich alle lieben. Da möchte ich dann aber nicht dabei sein.
» mehr…

Film / 19.06.2006 / 1 Kommentar

One Hour Photo

onehourphoto.jpg

Seymour Parrish (Robin Williams) ist ein alleinstehender, einsamer Fotoentwickler mit Standplatz in einem überdimensionalen, neonlichtigen Einkaufszentrum (à la mode américaine). Er sehnt sich nach einer familiären Geborgenheit. Über die Jahre hinweg wird sein Wunsch regelrecht zur psychischen Störung, einer krankhaften Bessessenheit.

Vor so ziemlich genau einem Jahr hatte ich diesen Film schon einmal empfohlen:
Mitten in der Gesellschaft und doch ganz allein. Mitnichten ein Einzelfall in der heutigen Zeit. Robin Williams in wahrscheinlich seiner besten Rolle. Überwältigend und überzeugend. Ein wahrhaft sehenswerter Film mit unglaublichem Tiefgang.
Sendetermine: Heute 22:15 Uhr u. Mittwoch 1:20 Uhr jeweils im ZDF

1.06.2006 / 28 Kommentare

Baghdad ER

Das ist ganz harter Stoff.
Am vergangenen Wochenende lief in den USA zur besten Sendezeit die HBO-Dokumentation “Baghdad ER”:

Sie zeigt ungeschminkt den Alltag im “86th Combat Support Hospital” der US-Armee, jenem Krankenhaus in Bagdads “grüner Zone”, in das verwundete und sterbende US-Soldaten – und auch so mancher verstümmelte Iraker – zur Erstbehandlung eingeflogen werden. Es sind die unmittelbarsten und schockierendsten Bilder vom Irak-Krieg, die die Amerikaner bisher in ihre Wohnzimmer geliefert bekommen haben… In den USA ist vom Feldzug im Irak normalerweise nicht viel zu bemerken. Wer nicht gerade in der Nähe einer Militärbasis wohnt, wird durch nichts an den Krieg erinnert – abgesehen von den kleinen Kästchen in den Tageszeitungen, in denen Namen, Alter und militärischer Rang der zuletzt Gefallenen aufgelistet werden.
(Mehr dazu bei Spiegel-Online.)

Ich hab ja schon einiges gesehen. Aber was in der Doku gezeigt wird, hat schon eine andere Qualität. Es sind nicht nur die Verletzungen, die Amputationen und das Sterben im OP, auf die die Kamera ohne Zensur drauf hält. Es ist ein klares ungeschminktes Bild vom Krieg ohne Helden und von einer medizinischen Maschinerie, die sicher ihr bestes versucht, den verwundeten Soldaten zu helfen. Aber es dominiert trotz hier und da gefallener kritischer Worte der Eindruck einer Maschinerie, in der eben jeder “nur” seinen Job erledigt. Aber es ist mehr, es ist Krieg.
» mehr…

nach oben