Zumindest in manchen Medien gelangt man so langsam, nachdem erste Reflexe in der Schuldfrage wieder auf Computerspiele abzielten, zu einer differenzierteren Betrachtung.
eine kleine Auswahl:
Hilflose Gewalt (Zeit.de)
Nach dem Amoklauf eines Schülers in Emsdetten sollten wir uns Zeit nehmen nachzudenken, warum junge Menschen so verzweifeln, dass sie zu solcher Gewalt greifen.
Die unnützen Reflexe überforderter Politiker (Welt.de)
Nach dem Amoklauf an einer Realschule in Emsdetten will Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann mit einer Bundesratsinitiative ein Verbot von gewaltverherrlichenden Computerspielen erreichen. Andere Politiker unterstüzten dies. “Verbot! Verbot! Verbot!” Eine altbekannte Reaktion, die keinem hilft.
Rohrkrepierer gegen Ballerspiele (Spiegel.de)
Der Amoklauf von Emsdetten war kaum beendet, da war für viele Politiker bereits klar: Killerspiele haben Sebastian B. zur Gewalt verführt. Sie müssten jetzt endlich verboten werden. Eine Forderung, die so hilf- wie wirkungslos ist. Experten sind sich einig: Kein Spiel macht ein Kind zum Mörder.
Müssen “Killerspiele” verboten werden? (Stern.de)
Ein Verbot löst nicht das Grundproblem! … Der Fall macht einmal mehr erschreckend deutlich, woran es jungen Menschen häufig fehlt: ein Umfeld, welches sich für ihren Alltag interessiert. Sie auffängt, aufbaut, erzieht und sie umsorgt.
“Ich hasse es, überflüssig zu sein” (Telepolis.de)
Die erwartbaren Reaktionen und Verdächtigen: Wieder einmal wird die Ursache des Amoklaufs in Emsdetten bei den “Killerspielen” gesucht
“Ich will R.A.C.H.E” (Telepolis.de)
Der vollständige Abschiedsbrief, den Sebastian B. im Internet hinterlassen hat, bevor er auf seinen suizidalen Rachefeldzug in seiner Schule in Emsdetten zog
“Weg mit dem Virtuellen!” Killerspieldebatte im TV in der WDR-Sendung “Hart aber Fair” (Spiegel.de)
Wer über Killerspiele diskutiert, sollte wenigstens wissen, was ein Joystick ist. Die Gäste von Frank Plasbergs “Hart aber fair”-Runde hatten jedoch nur einen Stock verschluckt. Kein Wunder: Sie waren für das brisante Thema einfach zu alt.
und im Heute-Journal vom 21.11.
Wäre schön, wenn sich auch die Volksvertreter in Berlin und in manchen Bundesländern mal die Zeit nehmen würden, zu hinterfragen. Auch wenn es – offensichtlich altersbedingt – schwer fällt.
“Ich würde ihnen gar nichts sagen. Ich würde ihnen zuhören, was sie zu sagen haben, denn das hat niemals jemand getan!” Marylin Manson in „Bowling for Columbine“