damals
damals / politik / 1.10.2007

Der lange Schatten

Es war eine denkwürdige Sendung gestern abend bei Anne Will. Das Thema war in Bezug auf den Film “Die Frau vom Checkpoint Charlie“, dessen erster Teil direkt davor zu sehen war : “Unrecht vergeht nicht: der lange Schatten der DDR“.
Zu Gast waren unter anderem die betroffene Mutter Jutta Gallus-Fleck und ihre zwei Töchter, deren Schicksal im oben genannten Film erzählt wurde. Die Mischung der Gäste, ihre Positionen damals und heute, das Thema selber und vor allem die Reaktionen in den Kommentaren im Blog zur Sendung, zeigen, wie wichtig Aufarbeitung und Aufklärung im Umgang mit der DDR sind. Eigentlich ist man da noch am Anfang, besonders im Zwischenmenschlichen. Das zeigt sich ganz gut in den über 230 Kommentaren des Anne Will Blog. Dort findet sich mittlerweile ein guter Querschnitt der gesamten Gesellschaft, Ost wie West, vom Neuinteressierten, vom ewig Gestrigen, vom Desinteressierten bis hin zu Opfern des DDR Regimes, die in den Kommentaren auf ihre Geschichte hinweisen. Auch eine ehemalige Mitgefangene der oben erwähnten Mutter aus dem Film meldet sich in den Kommentaren zu Wort.
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damals / 25.09.2007

Die Zukunft vor hundert Jahren

asc-um-1900kl.jpg Wie man sich die Zukunft vor hundert Jahren so vorgestellt hat. Schon damals schien der Wunsch nach Überwachung vorhanden, zumindest diesem deutschen Postkartenmotiv nach. Ein Polizeibeamter überwacht mit einer hinter einer Wand versteckten Kamera das Geschehen. Manch Zukunftsvision, die auf anderen Postkarten um 1900 dargestellt sind, wurden längst realisiert und perfektioniert. Andere wiederum sind auch heute noch reine Vision, allerdings wohl eher mangels wirtschaftlichem oder praktischem Nutzen.
Bei Paleo-Future gibt es zwei interessante Zusammenstellungen von Postkarten um 1900 mit Motiven von Zukunftsvisionen:
French Prints Show the Year 2000 (1910)
German Postcards Show the Year 2000 (circa 1900)
Besonders gefällt mir, wie man sich die Lehrmethoden im Jahre 2000 vorstellte.

damals / politik / 11.09.2007 / 2 Kommentare

9/11 und die drei Theorien

1. Osama bin Laden sei’s gewesen, das Pentagon habe er überrascht (Surprise Theorie).
2. Osama bin Laden sei’s gewesen, aber das Pentagon habe er nicht überrascht, sondern dieses habe die Anschläge bewußt zugelassen, um die NATO zu aktivieren und eine Serie von Kriegen ums knapper werdende Erdöl zu legitimieren (LIHOP Theorie: Let it Happen on Purpose).
3. Teile des Pentagon hätten den Anschlag nach der Strategie der Spannung inszeniert. (MIHOP Theorie: Make it happen on Purpose).
(Daniele Ganser in der Jungen Welt)

Der Schweizer Historiker und Friedensforscher Dr. Daniele Ganser, der sich auf keine der drei Theorien festlegen will, forscht aktuell unter anderem zum Thema Peak Oil, Ressourcenkriege und Verdeckte Kriegsführung an der Universität Basel.

Ganser weiter (auszugsweise):

Daß das Pentagon, das US-Kriegsministerium, überhaupt an die Strategie der Spannung denke, sei bewiesen, erklärt der Historiker mit gelassener Stimme. »Die Top Secret Dokumente der Operation Northwoods von 1962 sind jetzt deklassifiziert. Sie beweisen, daß Pentagongeneral Lyman Lemnitzer in den USA Terroranschläge inszenieren wollte, um diese Castro anzuhängen und dadurch im Sinne der Strategie der Spannung eine Invasion Kubas zu legitimieren. Präsident Kennedy hat die Pläne damals gestoppt.«

Gladio, die »Strategie der Spannung« und 9/11 – jungewelt.de

15.08.2007

Wenn Geschichte lebendig wird

Felix Römer liest einen Text beim Poetry Slam des WDR und lässt die Kriegserlebnisse seines Urgroßvaters im Zweiten Weltkrieg, von denen er ganz viel im Sterbebett erzählte, lebendig werden. Ein Kriegsleben nur scheinbar in fünf Minuten erzählt. Bewegend, vor allem eindringlich. Und Zeugnis des unschätzbaren Wertes von Zeitzeugen und nicht zuletzt ihrer Last. Geschichte, wie sie lebendig wird.
Video anschauen.

damals / Foto / 13.08.2007

Der BT 11

Wird öfter mal nach gesucht…
asc-bt11.jpg

Der BT 11 war ein Beobachtungsturm der Grenztruppen der DDR. Dieser hier befindet sich an der Deichstraße (Börgerende-Rethwisch, siehe Google-Maps) und ist mittlerweile in privater Hand. Der gesamte Küstenbereich galt in der DDR als Grenzgebiet. Dementsprechend wurde auch überwacht. Der nächtliche Aufenthalt am Strand, egal ob inner- oder außerorts, galt schon als verdächtig.
Mittlerweile gibt es den Turm auch als Modellbausatz.

damals / Film / 7.08.2007

2 oder 3 Dinge, die ich von ihm weiß

Ein Filmtipp für heute Abend 22:45 Uhr in der ARD.

hanns-ludin.jpg Hanns Ludin wird bereits in der Weimarer Republik berühmt, weil er in der Reichswehr für Hitler konspiriert. Nach 1933 steigt er schnell zum SA-Obergruppenführer auf. Ihm werden der Blutorden und andere hohe Weihen des Nazistaates zuteil. 1941 schickt ihn Hitler als Gesandten in den ‘Schutzstaat’ Slowakei. Als ‘Bevollmächtigter Minister des Großdeutschen Reiches’ soll er dort die Interessen Berlins durchsetzen: vor allem die ‘Endlösung’. Nach dem Krieg wird Hanns Ludin von den Amerikanern an die Tschechoslowakei ausgeliefert, 1947 zum Tode verurteilt und hingerichtet.

Ein Dokumentarfilm von Malte Ludin über die – auch die eigene – Auseinandersetzung mit der Vergangenheit des Vaters und die Legenden, die in der Familie über den Vater kursieren. Obwohl die Vergangenheit des Vaters im Nazideutschland aktenkundig ist, wird sie in der Familie beschönigt, geleugnet oder gar verdrängt. Malte Ludin, der jüngste Sohn von Hanns Ludin, dokumentiert die unterschiedlichen Versuche der Familie mit der Vergangenheit des Vaters umzugehen. In intimen Interviews konfrontiert er Mutter, Geschwister und andere Familienangehörige mit der Schuld des Naziverbrechers. Das Ergebnis ist ein hochemotionales und psychologisch interessantes Filmdokument.
Geschichtsbewältigung in der eigenen Familie. Ein sehr interessantes Thema, wie ich finde.
Heute Abend 22:45 Uhr ARD

damals / politik / 23.04.2007 / 2 Kommentare

Nestbeschmutzer, übler

Ist der eigentlich immer noch im Amt? Also als Ministerpräsident von Baden-Württemberg? Unter Hitler hätte doch jetzt der Filbinger den Oettinger bei der Marine zum Tode verurteilt. „Was damals Recht war, kann heute nicht Unrecht sein!“ so Filbinger 1978 zu Journalisten.


YouTubeDirektUrteil, via i:rrhoblog (aus der Sendung ‘extra3′ im NDR)

Der Zentralrat der Juden hat übrigens inzwischen seine Rücktrittsforderung wieder zurückgezogen. Vielleicht auch deshalb, weil man wohl nahezu ausschließen kann, dass bei den Marine-Richtern auch Juden verurteilt wurden.

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