damals
damals / Film / 13.04.2010

TV-TIPP: Aghet

Kleine Geschichtsstunde heute Abend um 20:15 Uhr auf Phoenix:

Der 90-minütige Dokumentarfilm „Aghet” (armenisch: „die Katastrophe”) erzählt von einem der dunkelsten Kapitel des Ersten Weltkriegs: dem Genozid an den Armeniern, bei dem zwischen 1915 und 1918 bis zu 1,5 Millionen Menschen im Osmanischen Reich (heute Türkei) ums Leben kamen. Dieser erste Völkermord des 20. Jahrhunderts, dessen Tatsache neben der Shoah 1948 zur Schöpfung der Anti-Genozid-Konvention der UN führte, wird bis heute von den Verantwortlichen und ihren Nachkommen geleugnet und ist von der Welt weitgehend verdrängt…
Aghet РEin V̦lkermord

Ein Dokumentarfilm von Eric Friedler („Das Schweigen der Quandts”, 2007).

Der Film lief Freitag-Nacht bereits in der ARD. Daher habe ich ihn schon gesehen und kann ihn deshalb sehr empfehlen. Sowohl mit der Machart wie auch mit der inhaltlichen Dichte mit vielen Originalaufnahmen und dem “politischen” Bogen bis in die heutige Zeit bietet der Film einen tiefen und informativen Einblick in dieses dunkle Kapitel der jüngeren Geschichte.

damals / 9.11.2009

Berlin vorher nachher

Man schiebe einfach den Vorhang der Geschichte von links nach rechts oder umgekehrt. Wo früher die Mauer, brummt heute wieder das Leben oder Autos: A Division Through Time

9.11.2009

9. November 1989

Eigentlich ist alles erzählt. Hundertfach in tausenden von Geschichten und nicht zuletzt in zeithistorischen Dokumenten. Es bedarf nur des Interesses an dieser Geschichte. Jubiläen haben es so an sich, die Dinge und damit auch ganz eigene Erinnerungen wieder hervorzuholen.

Aus ganz persönlicher Sicht war 1989 ein Jahr vieler Extreme, die allesamt zusammen gehören. Extreme Entscheidungen, extreme Aktionen, extreme Ängste, extremes Glück und zum Ende des Jahres am 9. November ein extremes Glücksgefühl, dass man für sich alleine gestellt gar nicht beschreiben kann. Das Jahr 1989 war geprägt vom Wunsch, der Entscheidung und schließlich der mehrfach versuchten Realisierung das Land zu verlassen. Der 9. November mit der historischen Pressekonferenz, auf der Schabowski das Ende besiegelte, bildete in jenem Jahr schließlich das Finale dieser Versuche und gleichzeitig den Startschuss, ein anderes – ein neues Leben anfangen zu können. Zu Kurz kam am Ende die Aufmerksamkeit für den Wandel in der DDR. Dafür war es einfach zu spät.

Wer sich der Geschichte und der Aufarbeitung, egal ob mit oder ohne ostdeutschem Migrationshintergrund, stellen möchte – ich wünschte, viele würden es tun, hat alle Möglichkeiten dazu und sollte seine Reise in die Geschichte der DDR in einem der zahlreichen Stasi-Knäste, die heute Gedenkstätte sind, beginnen.

damals / Film / 9.11.2009

Material

Filmtipp zum Thema des Tages:

Ein ungewöhnlicher Blick auf den Mauerfall. 1989 sind gesellschaftliche, politische und persönliche Beziehungen in Bewegung geraten, die Verhältnisse entwickeln sich. In Thomas Heises Dokumentarfilm “Material” geht es um diesen aufscheinenden, kurzen Moment der Chance auf Veränderung.

Ein wirklich interessanter Film, der mit teils seltenen Aufnahmen und mit ihrer Ausführlichkeit einen ganz anderen tiefen Blick auf die Zeit des Wandels und des dann schnellen Endes der DDR bietet und die Komplexität dieses Prozesses erkennen lässt. Bemerkenswert anders, als das was sonst heutzutage in der Rückblende geboten wird.
“Material” lief letzte Nacht auf Arte und ist jetzt noch sieben Tage im Online-Angebot von Arte zu sehen: “Material” – arte+7 Video

Update:
Interview mit Thomas Heise bei Telepolis: Was ist der bessere Knast?

damals / 23.10.2009

Fotos

Die Normandie 1944 und heute im Vergleich, fotografiert aus gleicher oder ähnlicher Perspektive: Normandy 1944 – Then and Now

damals / politik / Zeug / 14.10.2009

Kurz verlinkt

Neues Forum und alte Genossen
Gespräch mit der Bürgerrechtlerin Bärbel Bohley über die dramatische Zeit der Wende und die Gegenwart.

Kürzlich erschien eine “Chronik der Bürgerbewegung NEUES FORUM 1989-1990″, zu der die Bürgerrechtlerin Bärbel Bohley ein bemerkenswertes Vorwort beisteuerte, in dem sie auch über die Entwicklungen in den letzten zwei Jahrzehnten schreibt. Die Geschichte des “Neuen Forums”, die sich damals lange im Geheimen abgespielte und auf diese Weise die mächtige DDR-Staatssicherheit umging, ist heute erstaunlich unbekannt. Im Gespräch mit Telepolis über Vergangenheit und Gegenwart beweist Bärbel Bohley noch immer Courage.

Eine Bürgerrechtlerin, deren Einsatz man gar nicht hoch genug einschätzen kann. Danke!

damals / 28.07.2009

TV-TIPP: Freundschaft! Die Freie Deutsche Jugend

Ein Dokumentarfilm von Lutz Hachmeister (Das Goebbels-Experiment…) und Mathias von der Heide über den staatlichen Jugendverband in der DDR. Die Mitgliedschaft in der FDJ begann normalerweise als Schüler der 8. Klasse und löste so fast automatisch die Mitgliedschaft bei den Pionieren ab. Als einfacher FDJ’ler nahm man an den FDJ-Nachmittagen und anderen Pflichtveranstaltungen teil, die allesamt wie alles bei der FDJ vom politischen Dogma der DDR geprägt waren. StreberInnen, die ein Studium oder andere weitergehende Karrieren in der DDR im Sinn hatten (manchmal aber einfach auch aus Ãœberzeugung), strebten schon da Ämter in der FDJ innerhalb des Klassenverbandes oder auch darüber hinaus an.

Kaum eine andere Institution hat die Bürger der ehemaligen DDR so miteinander verbunden wie die Freie Deutsche Jugend. Der Mitgliedschaft in der FDJ konnte man sich kaum entziehen – und wenn doch, dann in der Regel nur mit negativen Konsequenzen für Biografie und Karriere. In ihrem Dokumentarfilm „Freundschaft! Die Freie Deutsche Jugend” beleuchten Grimme-Preisträger Lutz Hachmeister und Co-Regisseur Mathias von der Heide zum ersten Mal die Gesamtgeschichte dieser merkwürdigen Institution, deren Insignien das blaue Hemd und die aufgehende Sonne waren. In der FDJ lernte der gesamte Führungsnachwuchs der DDR „Kaderpolitik”, auch die heutige Bundeskanzlerin Angela Merkel hielt es für ratsam, sich dort aktiv zu engagieren. (daserste.de)

Erwähnt wird in der Dokumentation auch der Punk in der DDR. Quasi die Gegenkultur mit der Gier nach Leben und Aufbegehren.

Sendetermin: Heute Abend 22:45 Uhr in der ARD

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