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damals / Musik / 4.07.2009

Blogtipp: NO POPSTARS

Die DDR war voller Punk. Zumindest im Untergrund. Bands benötigten damals in der DDR von einer staatlichen Prüfungskommission eine sogenannte Einstufung. Einfach so in einem Club auftreten oder ein Studio mieten, ging in der DDR nicht. So eine Kommission bestand meistens aus Profi-Musikern, Musikjournalisten und kulturpolitischen Mitarbeitern oder Ortsfunktionären, die neben einer musikalischen Qualität vor allem die staatlich verordnete Kulturlinie vertraten. Die Musik musste schließlich zum DDR-Sozialismus passen. Negative oder destruktive Lebenseinstellungen und Musizierstile hatten keinen Platz in der sozialistischen Kultur. Kritische Texte waren nicht erwünscht. Musiker, die keine Einstufung bekamen, zogen sich zurück in die Nischen z.b. kirchlicher Jugend-Einrichtungen – andere gingen in den Westen. Konzerte fanden, wenn, im privaten Rahmen statt. Diese Musik, der der Vertriebsweg über Schallplattenläden verwehrt blieb, fand ihre Verbreitung oft unter der Hand auf Kassetten durch kleine Hinterhof-Studios. “Hinterhofproduction” ist hierfür ein eindrucksvolles Beispiel.

NO POPSTARS sammelt genau solche Musik aus dem Untergrund der DDR und “rettet” so die Musik einer ganzen Gegenkultur in der DDR in das digitale Zeitalter. Seit März ist bereits eine tolle Sammlung zusammen gekommen. Besonders beeindruckend ist die Geschichte in diesem Artikel. Eine Musikkassette wird in die BRD geschmuggelt, dort 1987 als Schallplatte veröffentlicht und jetzt, zwei Jahrzehnte später, durch NO POPSTARS aus den USA wieder zurück nach Deutschland erworben. Zu guter Letzt meldet sich dann auch noch der Sänger der damaligen Ostband in den Kommentaren zu Wort. Solche Dinge sind die kleinen Sternstunden des Internets. Und NO POPSTARS ist eine der Perlen der Blogosphäre.

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