prem / sonst so / 24.10.2007 / 2 Kommentare

Arcor zensiert wieder Internetzugang

Diesmal, weil einer einstweiligen Verfügung (EV) Recht gegeben wurde (siehe: “Arcor muss YouPorn sperren”). Gesperrt wird Youporn.com diesmal auf DNS Ebene.
Kurz erklärt – jeder Internetadresse ist eine eindeutige IP-Adresse zugewiesen. Man kann das vereinfacht mit dem Telefonbuch vergleichen. Nicht der Name, sondern erst die Telefonnummer führt zum eigentlichen Ziel. Im Internet sorgen DNS-Server dafür, dass eine Internetadresse, also eine Domain, in ihre entsprechende IP-Adresse aufgelöst wird und damit die Kommunikation zwischen eigenem Rechner und der Zieladresse beginnen kann. DNS-Server sind also grob betrachtet auf technischer Ebene die Telefonbücher des Internet.

Jeder Internetprovider bietet seinem Kunden einen eigenen DNS-Server an, der auch meist standardmäßig angesprochen wird. Jetzt hat Arcor seine DNS-Server so eingestellt, dass die IP-Adressen zur Domain Youporn.com nicht mehr gefunden werden. Folglich sind die Inhalte dieser Internetadresse nicht mehr abrufbar.

Was nun tun, wenn man im Telefonbuch eine Telefonnummer nicht findet? Man schaut einfach mal in ein anderes Telefonbuch und siehe da, in anderen Telefonbüchern steht die passende Telefonnummer drin.

Genauso funktioniert das mit der Auflösung von Domainadressen mit Hilfe anderer DNS-Server auch. Man trägt in seine DFÜ-Verbindung oder im Router also einfach andere alternative DNS-Server ein, auf denen ebenfalls die Domain in die passende IP-Adresse aufgelöst werden soll, und schon wird man fündig. Die Inhalte gesperrter Seiten sind so wieder abrufbar. Adressen sogenannter Public DNS-Server, ja ganze Listen solcher Server, findet man im Internet.

Nun stellt sich natürlich die Frage, was der Quatsch soll. Grund für die EV ist der Schutz der Jugend vor pornographischen Inhalten, da Youporn.com seine Inhalte ohne Alterscheck anbietet, wie Millionen andere Pornoseiten übrigens auch. Vielleicht ärgert man sich aber auch nur tierisch, weil Porno-Konsumenten, statt demütig kommerzielle Angebote zu konsumieren, mittlerweile lieber ihre eigenen Pornos drehen und sich diese Filmchen gegenseitig zeigen und das auch noch ganz kostenlos ohne kommerziellen Gedanken. Diese Kultur der Selbstunterhaltung stört offensichtlich den Erfolg des eigenen Video-Erotikportals.

2 Kommentare vorhanden

  1. geschrieben am 25. October 2007 um 11:25 Uhr | Permalink

    Du triffst den Nagel auf den Kopf! Porno-Anbieter Kirchberg und Porno-Anbieter Arcor (Adultpark) vereint im Kampf für den Jugendschutz! Lächerlich! Nur komisch daß diese Tatsache von den Medien nicht so dargestellt wird…

  2. no-pron
    geschrieben am 25. October 2007 um 12:14 Uhr | Permalink

    Im verlinkten Artikel wird das allerdings schon deutlich dargestellt.

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