Film / 23.11.2006 / 3 Kommentare

A.I.

Nach den düsteren Tagen dieser Woche, ist es vielleicht mal ganz gut in die Zukunft zu schauen. Allerdings erfährt man dann, dass es dort auch nicht besser aussieht. Zumindest wenn es nach den Visionen von Brian Aldiss geht, die er 1969 in der Kurzgeschichte „Supertoys Last All Summer Long“ niederschrieb.
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Stanley Kubrick interessierte sich schon länger für diese Geschichte und wollte sie gerne filmisch umsetzen. Allerdings hielt er die technischen Möglichkeiten für noch nicht ausgereift genug. So gingen die Jahre ins Land. Es gelang Kubrick nicht mehr den Film zu Ende zu bringen. 1999, kurz bevor er im Alter von 73 Jahren starb, übergab er das Projekt an seinen Freund Steven Spielberg. So entstand ein Spielberg-Film mit einer hier und dort deutlichen Handschrift von Stanley Kubrick. Eine interessante Mischung und eine sehr interessante Auseinandersetzung mit dem Thema Künstliche Intelligenz. Eine faszinierende aber auch recht düstere Reise in eine – vielleicht ja die (?) – Zukunft. Samstag 22:40 Uhr in der ARD.

Der Inhalt:

Er sieht aus wie ein ganz normaler Junge. Doch David (Haley Joel Osment) ist nicht gewöhnlich. Er ist künstlich. Trotzdem ist David einzigartig – der erste Kind-Roboter, der darauf programmiert ist, Liebe zu empfinden in einer Welt nach der großen Klimakatastrophe. Die Polarkappen sind geschmolzen, der Meeresspiegel ist um 100 Meter gestiegen, Städte wie New York und Amsterdam existieren nur noch am Grund des Ozeans. Der Lebensraum ist knapp geworden, deshalb sind Geburten streng reglementiert. Intelligente Roboter, Mechas (von mechanisch), ersetzten teilweise den Menschen, die Orgas (= organisch). Für das Ehepaar Swinton (Sam Robards, Frances O’Connor), dem Schöpfer Dr. Hobby (William Hurt) seinen Prototyp anvertraut hat, soll David die Chance sein, das Trauma um ihren ins Koma gefallenen Sohn Martin (Jake Thomas) zu überwinden. Aber einmal geprägt, ist die Verbindung von David zu seiner neuen Mutter nicht rückgängig zu machen. Als Martin überraschend ins Leben zurückkehrt, gibt es Probleme. David ist praktisch überflüssig geworden und Martin furchtbar eifersüchtig auf seinen „Bruder“. Er provoziert seine Ausstoßung, Mutter Monica setzt das Roboter-Kind schlechten Gewissens im Wald aus. Unfähig, die Zusammenhänge zu erkennen, hat David fortan nur noch ein Ziel: Er will ein echter Junge werden, um die Liebe seiner Mutter zurückzugewinnen. An der Seite des unter Mordverdacht stehenden Sex-Roboters Gigolo Joe (Jude Law) und Supertoy Teddy führt ihn seine Odyssee bis ans Ende der Menschheit…
Quelle Filmstarts.de

A.I. – es könnte kaum einen passenderen Abschluss dieser düsteren Woche geben.

3 Kommentare vorhanden

  1. geschrieben am 23. November 2006 um 18:10 Uhr | Permalink

    Ich gehöre auch zu denen, die den Film mögen. Das scheinen ja nicht viele zu sein. Ganz fantastische Ausstattung und Bauten. Das Ende finde ich nicht zu lang, ich meine der Film hat einen solch epischen Abschluß verdient, bei solch einem schwierigen Thema. Und wenn ich an die Szene denke, als David im Wald zurückgelassen hat – das ist Gänsehaut pur..

  2. geschrieben am 23. November 2006 um 18:20 Uhr | Permalink

    Hallo, auch ich bin immer ziemlich ergriffen von solchen Filmen. Klar, es ist Geschmackssache, aber die Umsetzung fand ich gelungen.
    Der Film ist auch ein ganz guter Film für den Psychologieunterricht. Jedenfalls teilweise.
    Das Ende ist ein wenig abbrechend, aber das verleiht dem Film widerum einen interessanten Charakter.
    Ein druchaus guter Film. Schon wieder einer, wo es mich wundert, dass er auf ARD ausgestrahlt wird. Super.

  3. arne
    geschrieben am 26. November 2006 um 16:08 Uhr | Permalink

    Ich war auch überrascht, dass ausgerechnet die ARD den Film sendet. Kann mich allerdings dunkel erinnern, dass da mal die Rede von einem Deal bezüglich Spielberg-Filme war.
    Vielleicht folgen ja noch weitere gute Filme.

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