damals / Film / 7.08.2007

2 oder 3 Dinge, die ich von ihm weiß

Ein Filmtipp für heute Abend 22:45 Uhr in der ARD.

hanns-ludin.jpg Hanns Ludin wird bereits in der Weimarer Republik berühmt, weil er in der Reichswehr für Hitler konspiriert. Nach 1933 steigt er schnell zum SA-Obergruppenführer auf. Ihm werden der Blutorden und andere hohe Weihen des Nazistaates zuteil. 1941 schickt ihn Hitler als Gesandten in den ‘Schutzstaat’ Slowakei. Als ‘Bevollmächtigter Minister des Großdeutschen Reiches’ soll er dort die Interessen Berlins durchsetzen: vor allem die ‘Endlösung’. Nach dem Krieg wird Hanns Ludin von den Amerikanern an die Tschechoslowakei ausgeliefert, 1947 zum Tode verurteilt und hingerichtet.

Ein Dokumentarfilm von Malte Ludin über die – auch die eigene – Auseinandersetzung mit der Vergangenheit des Vaters und die Legenden, die in der Familie über den Vater kursieren. Obwohl die Vergangenheit des Vaters im Nazideutschland aktenkundig ist, wird sie in der Familie beschönigt, geleugnet oder gar verdrängt. Malte Ludin, der jüngste Sohn von Hanns Ludin, dokumentiert die unterschiedlichen Versuche der Familie mit der Vergangenheit des Vaters umzugehen. In intimen Interviews konfrontiert er Mutter, Geschwister und andere Familienangehörige mit der Schuld des Naziverbrechers. Das Ergebnis ist ein hochemotionales und psychologisch interessantes Filmdokument.
Geschichtsbewältigung in der eigenen Familie. Ein sehr interessantes Thema, wie ich finde.
Heute Abend 22:45 Uhr ARD

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